"Das bin doch ich", denkt sich Hedwig Langmark, als sie einen Roman der Autorin Sigrid C. liest, in dem ein altes Foto beschrieben wird. "Das ist das letzte Familienfoto, auf dem wir alle zusammen sind, Vater, Mutter, meine Brüder, ich, vor unserem Haus, im Garten." Aber ist es wirklich ein Foto ihrer Familie, der Familie Carlsson? Das wüsste sie gerne und schreibt der Autorin einen Brief. Die Autorin wird neugierig, sieht einen neuen Stoff, antwortet und gibt vor, in Hedwigs ehemaligem Elternhaus zu wohnen. Ein Briefwechsel entsteht, in dem Hedda, wie sie in der Familie genannt wurde, aus ihrem Leben erzählt und die Autorin nebenbei recherchiert, was vom Leben der Familie Carlsson übrig ist. Aus den Briefen und den Funden entsteht nach und nach ein Roman über ein Frauenschicksal in den Dreißigerjahren, ein ganz und gar unkonventioneller "Damenroman".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.08.2012
Einen Meilenstein der schwedischen Literatur abseits düsterer, brutaler Krimi-Kost erblickt Rezensent Cord Aschenbrenner in diesem in seiner Heimat nicht nur mit renommierten Preisen ausgezeichneten, sondern auch immens erfolgreichen Roman. Darin entfaltet die "große Erzählerin" ein postmodern verzwickt vermitteltes, "typisches Frauenschicksal", das wiederum der als Figur in ihrem Roman selbst auftretenden Autorin als Erinnerung erzählt wird und dann von ihr aufgeschrieben wird. Eine Verschachtelung, die den ironischen Charakter der Bezeichnung "Damenroman" (im Nordischen die abfällige Bezeichnung für seichte "Frauenliteratur") erst kenntlich macht, findet der Rezensent, der zudem die einfühlsame Beschreibung der "bürgerlichen schwedischen Gesellschaft der dreißiger Jahre" lobt.
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