Siegfried Weischenberg

Max Weber und die Entzauberung der Medienwelt

Theorien und Querelen - eine andere Fachgeschichte
Cover: Max Weber und die Entzauberung der Medienwelt
Springer Verlag, Wiesbaden 2014
ISBN 9783531187174
Gebunden, 441 Seiten, 42,99 EUR

Klappentext

Massenmedien erzählen der Gesellschaft, was aktuell in ihr vorgeht. Ihre Bedeutung als soziale Institutionen hatte keiner genauer erkannt als Max Weber. Vor genau 100 Jahren entwarf er ein großes Forschungsprojekt, um die Geheimnisse der neuen Medienwelt zu entzaubern, die in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg entstanden war. Auch bei diesem Thema erwies sich der Soziologe als großer Visionär der Moderne. Die Studie berichtet über Querelen, welche das Schicksal dieses Sonderforschungsbereichs bestimmt haben und rekonstruiert Theorielinien, die von Weber über Parsons, Luhmann, Habermas und Bourdieu in die Gegenwart der Mediengesellschaft führen. Auf diese Weise ist eine Fachgeschichte entstanden, welche die Kommunikationswissenschaft konsequent als Sozialwissenschaft begreift und einordnet.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 30.12.2014

Stephan Ruß-Mohl, Medienprofessor in Lugano, bespricht Siegfried Weischenbergs zweibändiges Max-Weber-Großprojekt "Max Weber und die Entzauberung der Medienwelt" und "Max Weber und die Vermessung der Medienwelt" in einer ausführlichen Doppelkritik nicht ohne Respekt, aber letztlich doch mit einer Menge Einwänden, die einer anderen medientheoretischen Orientierung geschuldet sein mögen. Weischenberg schildert Ruß-Mohl als einen Nachfolger der beiden Großtheoretiker Niklas Luhmann und Jürgen Habermas. Im ersten Band sichte er Webers Erbe theoriegeschichtlich, im zweiten begebe er sich auf die Suche nach Webers Spuren in den Medienwissenschaft. Ruß-Mohl wirft Weischenberger dabei vor, tendenziös zu verfahren und Beiträge wichtiger Medienforscher wie Elisabeth Noelle-Neumann mit ihrer "Schweigespirale" und Emil Dovifat nicht ausreichend zu würdigen. Auch ökonomische Ansätze würden in einem "neuerlichen Eigentor" von Weischenberg abmoderiert. Die Chance zum Neuaufbruch verspiele Weischenberg in seiner Summe leider. Es bleibe beim in dieser Disziplin grassierenden Habermas- und Luhmann-Epigonentum, mit dem die Studenten bis heute gequält würden und der leider zur Provinzialisierung der deutschen Medienwissenschaft geführt habe.

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