Sherman Alexie

Das absolut wahre Tagebuch eines Teilzeit-Indianers

Roman (Ab 12 Jahre)
Cover: Das absolut wahre Tagebuch eines Teilzeit-Indianers
dtv, München 2009
ISBN 9783423247429
Kartoniert, 268 Seiten, 13,30 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Katharina Orgaß und Gerald Jung. Als Arnold Spirit, genannt Junior, mit 14 beschließt, sein Reservat zu verlassen, wird er zum Outcast zwischen zwei Kulturen. Überzeugt, die richtige Entscheidung getroffen zu haben, stellt er trotz Widrigkeiten, die ihm begegnen, fest: "Ich würde immer ein Spokane-Indianer bleiben. Diesem Stamm gehörte ich nun mal an. Aber ich gehörte genauso dem Stamm der amerikanischen Einwanderer an. Und dem Stamm der Basketballspieler. Und dem Stamm der Leseratten. Und dem Stamm der Zeichner."

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.02.2010

Rezensentin Sieglinde Geisel ist höchst angetan von diesem Jugendroman des wohl berühmtesten indianischen Schriftstellers Amerikas, Sherman Alexie. Ihr gefällt die "hohe Intensität" des Textes, der ironische Tonfall, den der Autor in dieser Geschichte voller "Tragödien und Witz" durchgängig beibehält, ohne ihn dabei "je in Sarkasmus umschlagen" zu lassen. Die normalen Probleme des Erwachsenwerdens erlebt sein in mehrfacher Hinsicht gehandicapter Protagonist in verschärfter Form, doch er lässt sich darüber nicht den Spaß verderben - und diese Haltung springt offensichtlich auf den Leser über.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.11.2009

Rezensentin Elena Geus hat sich von Arnold Spirits "absolut wahrem Tagebuch" ganz wunderbar amüsieren lassen und übersieht dennoch nicht die tiefe Trauer, die darin steckt. Sherman Alexie erzählt die Geschichte des Jugendlichen, der, wie übrigens auch der Autor selbst, im trostlosen Spokane-Indianer-Reservat aufwächst und neben den ohnehin reichlich schwierigen Umständen auch noch mit einem Wasserkopf, einer Brille und einem Sprachfehler zu kämpfen hat, erklärt die Rezensentin. Doch der Ich-Erzähler verfügt über eine derart sarkastische Zunge und so bitterbösen Humor, dass Geus oft lachen musste, wie sie bekennt. Aber das soll nicht über das eigentliche schwierige Thema, den "Spagat zwischen Herkunft, Tradition und Identität", hinwegtäuschen, der auch Alexies anderen Bücher dominiert, so die Rezensentin.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.10.2009

Hinter dem Protagonisten Arnold Spirit, der in diesem Buch sein erstes Jahr auf der High-School schildert, steckt in Wahrheit der amerikanisch-indianische Autor Sherman Alexie und daher handelt es sich bei diesem "absolut wahren Tagebuch" auch um eine Autobiografie, setzt uns Rezensentin Roswitha Budeus-Budde in Kenntnis. Als einziger Indianer unter Weißen hat Arnold/Sherman einiges durchzustehen, von rassistischen Bemerkungen über mangelnde Unterstützung und Ablehnung seines Stammes, den Verlust des besten Freundes im Reservat und die Anpassung an die Regeln der Weißen. Alexis versteht sich auf das Spiel mit "den Idealen des 'American way of life'", lobt Budeus-Budde, er rekapituliert ironisch die Gefühlswelt des damals Vierzehnjährigen, dem es schließlich gelingt, in die Basketballmannschaft einzutreten und die Gunst des hübschesten Mädchen zu gewinnen. Am Ende des Jahres hat er begriffen, dass sich die Welt nicht in Schwarze, Weiße und Indianer aufteilt, sondern in "Arschlöcher und Nicht-Arschlöcher", schließt die Rezensentin, den Autor zitierend.
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