Die Bekämpfung des internationalen Terrorismus ist zum obersten Ziel einer weltweiten Allianz von Staaten geworden. Eine Anzahl sogenannter "Schurkenstaaten" steht dabei auf der Liste potentieller Angriffsziele. Die Dämonisierung des Terrorismus hat aber zur Konsequenz, dass bestätigt und verstärkt wird, was mit allen zu Gebote stehenden Mitteln bekämpft werden soll. Sebastian Scheerer wechselt daher die Perspektive von der einer militärischen Bekämpfung zu der des Verstehens. Verstehen bedeutet dabei weder gutzuheißen, noch zu verzeihen. Stattdessen will der Autor gedanklich nachvollziehbar machen, was Menschen zu terroristischen Handlungen motiviert und sie gegen alle Hindernisse und inneren Skrupel auch ausführen lässt. Nur aus dieser Perspektive wird die Frage nach der Zukunft des Terrorismus überhaupt beantwortbar.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.10.2002
Wenig angetan ist Jürgen Busche von diesem Buch des Hamburger Professors für Kriminologie. Sein Vorwurf ist, dass Scheerer durch seinen Rückgriff bis zum mittelalterlichen "Staatsterrorismus" ein wichtiges Moment des Unterschieds aus dem Auge verliert. Für den Staatsterrorismus ist seine Sichtbarkeit wichtigster Faktor, genau dadurch verbreite er Angst; für "die Terroristen von IRA und Eta, von Hamas bis Atta", so Busche, ist das genaue Gegenteil der Fall: erst ihre Unsichtbarkeit ist der Garant ihres Erfolgs. Busche kritisiert nicht nur diese "vermeintliche Doppelperspektive" bei Scheerer, sondern findet auch dessen hier aufgezeichnete "Planspiele für Krisenstäbe" einfach nur "läppisch".
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