Kunst und Kultur stellen in der öffentlichen Debatte Sonderbereiche dar, die stets bedroht scheinen. Ein Blick auf die Subventionen, die in den Kulturbetrieb fließen, sowie auf das immense Publikumsinteresse, das ihm zuteil wird, lässt allerdings Zweifel an dieser Vorstellung aufkommen. Kaum eine künstlerische Äußerung, die nicht Originalitätsbonus genösse und mit ästhetischen Weihen versehen würde. Legionen von Kunsthistorikern und Kulturwissenschaftlern stehen zu diesem Zweck als "Vermittler" bereit. Während die einen mit volkspädagogischem Furor die Bewahrung des kulturellen Kanons einklagen, bemühen die anderen sich um eine weitgehende Entgrenzung des Kunst- und Kulturbegriffs. Doch beide Seiten fühlen sich als Hüter des Wahren, Guten, Schönen und demzufolge dazu berufen, letztgültige ästhetische Urteile zu fällen.
Jan Feddersen verlernt mit Christian Demand die Demut gegenüber Kunst und Kultur. Jedenfalls so weit, dass es dem Rezensenten guttut, ihn vergnügt. Dass das Gute, Wahre, Schöne, vor allem, wenn darüber theoretisiert wird, allzu oft bloßer Schein ist, ahnte Feddersen schon. Der Kunstkenner Demand aber räumt in seinen elf in unterschiedlichen Medien erschienenen, hier versammelten Aufsätzen jeden Zweifel darüber aus, erläutert der Rezensent, dass es nur habituelle Muster sind, denen die bildungsbeflissene Kulturwelt folgt. Demand macht das klug und mit profundem Wissen, ohne zu spotten, lobt Feddersen, auch wenn (oder vielleicht doch eben weil) er kein einziges Mal Bourdieu zitiert, meint er.
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