Sebastian Liebold (Hg.), Frank Schale (Hg.)

Neugründung auf alten Werten?

Konservative Intellektuelle und Politik in der Bundesrepublik
Cover: Neugründung auf alten Werten?
Nomos Verlag, Baden-Baden 2017
ISBN 9783848731183
Kartoniert, 256 Seiten, 49,00 EUR

Klappentext

Nähe und Distanz prägen das Verhältnis von konservativen Intellektuellen zur Politik in der bundesrepublikanischen Nachkriegszeit. So entsteht das Tableau einer "Intellectual History" der Bundesrepublik mit Blick auf Akademiker, Publizisten, Ideologien und internationale Netzwerke. Zwischen restaurativen und modernisierenden Tendenzen erhellt der Band Charakteristika jener Zeit, die zugleich durch bürgerliche Common-Sense-Philosophie und den Ost-West-Konflikt geprägt war. Dieses Spannungsfeld zeigt sich in Köpfen und Konstellationen. Leben, Werk und Wirkung von Arnold Bergstraesser, Carl J. Friedrich, Andreas Hermes, Max Horkheimer, Hans-Joachim von Merkatz und Matthias Walden werden vorgestellt. Begriffe und Ideologien (Antikommunismus, Antiliberalismus) sowie Parteipositionen kommen ebenso zur Sprache wie journalistische Sichtweisen (Die Welt) und europäische Kontakte (Centre Européen de Documentation et d'Information). Perspektiven der Konservatismusforschung beschließen den Band. Mit Beiträgen von: Tobias Bartels, Peter Becker, Johannes Großmann, Magnus Klaue, Nils Lange, Sebastian Liebold, Martin Maier, Frank Schale und Martina Steber.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.01.2018

Frank Bösch hätte sich eine genauere Eingrenzung des Konservatismus-Begriffs gewünscht in diesem von Sebastian Liebold und Frank Schale besorgten Band mit Einzelbiografien konservativer Politiker nach 1945. Lobenswert hingegen findet er den nüchternen Duktus der Texte und den Verzicht auf Parteinahme. Dass sich Beiträge wie der von Martina Steber zur Deutschen Partei der Bonner Republik sich in Bezug setzen lassen zu aktuellen Debatten, gefällt Bösch ebenfalls. Über die untypischen Lebensläufe von "unbelasteten" Konservativen wie Matthias Walden oder Andreas Hermes liest Bösch außerdem mit Gewinn, da diese Biografien Schubladen sprengen, wie er schreibt.