Die menschliche Existenz und ihre zeitlichen Grenzen zählen zu den zentralen Themen der abendländischen Kultur. Im Fokus dieses Buchs stehen neben den grundlegenden metaphysischen Fragen (Was unterscheidet ein Lebewesen von toten Dingen? u.a.) und den ethischen Problemen (Wie ist das Embryonalstadium zu bewerten?) vor allem die Fragen, die sich aus der möglichen radikalen Lebensverlängerung durch neue Anti-Aging-Therapien ergeben. Macht uns ein Zugewinn an Lebenszeit auch glücklicher?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.11.2010
Ob es grundsätzlich erstrebenswert ist, das menschliche Leben zu verlängern, danach fragen aus moralphilosophischer Sicht Sebastian Knell und Marcel Weber in ihrem Buch. Nach "umständlichen" Abwägungen des Für und Wider kommen die Autoren zu dem nicht überraschenden Schluss, dass eine Verlängerung des Lebens unter geeigneten materiellen und körperlichen Bedingungen für den Einzelnen durchaus positiv wäre. Aber indem die Autoren sich auf die Individualinteressen beschränken und sich um die Frage, wie eine Lebensverlängerung mit den Interessen anderer zu vereinbaren ist, nicht befassen, wird der moralphilosophische Anspruch dieses Buches nicht mal im Ansatz eingelöst, beschwert sich Rezensent Michael Pawlik. Bei aller Plausibilität der Darlegungen - denen allerdings auch etwas Buchhalterisches anhaftet, wie Pawlik durchblicken lässt - kann ihn das Werk als "Ethik der Lebensverlängerung" nicht überzeugen.
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