Sebastian Ingenhoff

Rubikon

Novelle
Cover: Rubikon
Ventil Verlag, Mainz 2006
ISBN 9783931555818
Kartoniert, 108 Seiten, 8,90 EUR

Klappentext

Deleuze, Foucault und drei dicke Freunde. Die Welt aus der Sicht von achtjährigen Poststrukturalisten. Der Erzähler und seine beiden Freunde Lars und Lukacs sind frühreif und sensibel. Sie lesen Deleuze und unterhalten sich in Schlauberger-Sätzen, für die sie von ihren älteren Mitschülern unentwegt verprügelt werden. Ihr Leben ändert sich jedoch schlagartig, als sie ein Attentat auf den örtlichen Schlachthof verüben. Formal ganz der klassischen Novelle verpflichtet, hat Sebastian Ingenhoff mit seinem erzählerischen Debüt ein amüsantes Paradox geschaffen: ein Kinderbuch, das gar keines ist. Von der Sprache und dem Sujet her hat man das Gefühl, sich in der Welt von "Der kleine Nick" zu befinden und doch ist alles ganz anders. Hier nämlich geht es um Atheismus, Selbstbefriedigung, die Ziele der politischen Autonomen und das Freundschaftsideal eines Michel Foucault, vorgetragen aus der Perspektive von Kindern. Damit erzählt "Rubikon" auch von der Schwierigkeit, heute überhaupt noch Kind sein zu können, und den Abgründen, die sich auftun, wenn Kinder versuchen, allzu früh erwachsen zu werden.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 30.12.2006

Ziemlich begeistert ist Rezensent Cigdem Akyol von diesem ebenso "komischen wie skurrilen" Schelmenroman, in dessen Zentrum seinen Informationen zufolge drei jugendliche bekennende Strukturalisten in der Provinz stehen. Wegen ihrer Bücherliebe, insbesondere ihrer Vorliebe für den Philosophen Gilles Deleuze, würden sie von ihren Mitschülern gehänselt und verprügelt. Eines Tages verüben sie, wie wir lesen, einen Buttersäureanschlag auf den örtlichen Schlachthof. Mit großer Hingabe verfolgt Aykol diese - für ihn nicht immer leicht lesbare (weil in indirekter Rede verfasste) - Geschichte, in die er auch surrealistische Momente und Zitate aus der Literatur eingewoben findet. Seine Sympathien liegen eindeutig bei den schrulligen und tragikomischen Helden. Und natürlich beim jugendlichen Autor, dessen kunstfertigen, gelegentlich auch in Babysprache verfallenden Stil er als "intellektuelle Revolte" genossen hat.

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