Mit Abbildungen. R'n'B bestimmt weltweit die Hitparaden, und auch der klassische Soul hat wieder Hochkonjunktur. Soul wird oft mit der Erfolgsgeschichte von Labels wie Stax und Motown und mit Stars wie Aretha Franklin und James Brown verbunden, doch sein Stammbaum ist verzweigter und reichhaltiger als viele annehmen. "Das Who-is-Who der Soul-Ära" schließt eine Lücke auf dem Buchmarkt: Neben allseits bekannten Namen finden sich hier die Entdeckungen und Klassiker der Rare-Soul-Szene. In über 700 Einträgen werden Interpreten und Platten vorgestellt, die bislang häufig nur Fans und Sammlern bekannt waren. Lebensläufe und Hintergrundinformationen zur Sozial- und Wirkungsgeschichte geben Einblick in die Zusammenarbeit zwischen Sängern, Musikern und Produzenten, zwischen großen Stars und unbekannten Künstlern und in das Netzwerk der Stil prägenden Studios und Labels. Erklärungen zu den Fachbegriffen des Soul helfen Einsteigern, sich zu orientieren. Aus dem Inhalt: Maxine Brown, Randy Brown, Sam Dees, Tommy Hunt, Leroy Hutson, Brenda Holloway, Al Johnson, Lew Kirton, Betty Lavette, Ronnie McNeir, Lou Pride, Leon Ware, Kim Weston u. v. m.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 16.12.2005
Mit einer Salve nachdenklicher, aber auch bissig kritischer Bemerkungen und Überlegungen über die Musikgattung Soul, ihre Abspaltungen HipHop und R&B und deren Popularität oder Niedergang leitet Klaus Walter seine Rezension zu diesem Mannheimer Projekt ein, ein Lexikon des "Rare Soul", des Northern, Modern, Sweet und Two Step zu verfassen. Spöttisch fragt sich Walter, ob dies eine Entschädigung für die "Mannheimer Verbrechen am Soul" sein sollen, die Musik der "frömmelnden Du-bist-Deutschland-Lebertrantüte" Xavier Naidoo sein soll. Tatsächlich sei es den Autoren Stefan Hoffmann und Karsten Tomnitz gelungen, sich über die falschen Zuschreibungen hinwegzusetzen, die weißen Europäern gelegentlich bei einer Auswahl der Soulsubkultur widerfahren könnten. Sie würden keine "Ressentiments gegen Disco und HipHop bedienen" und sich auch nicht dem Klagelied um den Verfall des Genres in heutiger Zeit anschließen. Zwar sinniert Walter darüber, ob sich die Idee "einen Kanon der beliebten Rare-Soul-Stücke abzubilden" nicht dem Attribut "rar" widerspricht, muss aber doch bekennen, dass es eine lückenfüllende Ergänzung zu den üblichen "Mainstream-Soul-Lexika" sei.
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