Tex Rubinowitz bereist Raum und Zeit, plaudert Geheimnisse aus, die er nicht kennen kann, und rückt historische Fakten in ein melancholisches Licht: Er spaziert mit David Lynch durch Salzburg, assistiert Marvin Gaye in Belgien beim Schreiben von "Sexual Healing", wird mit Demis Roussos in einem Flugzeug entführt und erklärt Ludwig Wittgenstein zum eigentlichen Erfinder des Smileys. Jede dieser Geschichten schafft eine Parallelwelt voller Überraschungen und Volten, ein Antidot, das Augen öffnet, und sei es die der Familie Feuerstein.
Als "ein begnadet guter Stilist" erweist sich Tex Rubinowitz für Rezensent Oliver Jungen auch in seinen neuen Geschichten. Seinen Ich-Erzähler versetzt Rubinowitz beispielsweise in die achtziger Jahre ins belgische Ostende, wo dieser auf den Sänger Marvin Gaye trifft. Wie oft bei Rubinowitz speisen sich seine Stories aus wahren Begebenheiten, gespickt mit abenteuerlicher Fiktion und originellen Einfällen. In dieser Version der Geschichte ist es der Ich-Erzähler, der Marvin Gaye die entscheidende Inspiration zu seinem Hit "Sexual Healing" liefert, den dieser, wie Jungen erklärt, tatsächlich in Belgien komponierte. "Köstlich" findet Jungen außerdem die Anspielungen auf den aktuellen Literaturbetrieb und die Auftritte unzähliger Akteure der Kulturgeschichte, von Joy Fleming bis David Lynch, bereiten dem Kritiker ebenfalls Vergnügen. "Bestens komponiert" und "abenteurlich lustig", so das Urteil.
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