Dirk Maxeiner und Michael Miersch erklären: Eine gute Gesinnung schafft keine bessere Realität, sie verhindert keinen Krieg, besiegt keinen Hunger, schafft keinen Arbeitsplatz und rettet keine bedrohte Tierart. An zahlreichen Beispielen aus Geschichte und Gegenwart zeigen Maxeiner/Miersch, wie das vorgeblich so Schlechte immer wieder durchaus gute Ergebnisse hervorbringt, und sie plädieren dafür, menschliches Handeln nicht an seinen Intentionen, sondern in erster Linie an seinen Ergebnissen zu messen. Dabei räumen sie mit vielen hartnäckigen Mythen rechter und linker Moralprediger auf.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.04.2001
Detmar Doering macht keinen Hehl daraus, dass er diese "Polemik" mit größtem Vergnügen gelesen hat, zumal hier Spott über diejenigen ausgegossen wird, die der Rezensent als "Gutmenschen" bezeichnet und die Menschen wie ihm durch stetige Appelle an das Gewissen das Leben vermiesen. Doering stimmt mit den Autoren völlig überein, wenn diese die Ansicht äußern, dass Wohlstand und Kultur nur dort blühen können, wo auch Laster anzutreffen sind. So führt er das Beispiel an, dass in Ländern, wo viel Coca-Cola getrunken wird, die Lebenserwartung und der Lebensstandard höher sind als in anderen Ländern, und dass es "zwischen zwei Staaten, in denen es McDonalds gebe, (...) noch nie Krieg stattgefunden" habe. Für Doering ist dieses Buch letztlich moralischer als es auf den ersten Blick scheint. Denn das Hauptanliegen der Autoren sieht er in der Forderung nach mehr Toleranz, auch wenn das Buch der beiden Autoren (die ihm als seriöse Wissenschaftler bekannt sind) "sich nicht immer sonderlich wissenschaftlich gibt".
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