Aus dem Englischen von Rita Seuß. Was Robert Altmans Film "Pret-a-Porter" für die Modewelt war, ist Sarah Thorntons Buch für die Welt des riesigen Boom-Marktes der Gegenwartskunst: Nach welchen Regeln funktioniert sie? Wer entscheidet, welcher Künstler einer der ganz großen (und ganz teuren) wird? Was treibt die Sammler, die Galeristen und was bedeutet all das für die Kunst und die Künstler selbst? Mit dem Handwerkszeug einer Ethnologin erkundet Sarah Thornton diese einzigartige Welt aus Kreativität, Geschmack und Macht, aus Status, Hoffnung, Geld und Intrigen. Sie hat mit über 250 Insidern, Künstlern, Galeristen, Kritikern, Kuratoren und Sammlern gesprochen und ist als kritische Beobachterin für eine Zeit selbst Teil der Kunstwelt geworden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.06.2009
Nicht wirklich zufrieden ist Rose-Maria Gropp mit Sarah Thorntons Einblicken in die Welt der Kunst von der Auktion über das Kritikerseminar bis zum Atelierbesuch. Zwar fühlt sie sich von dem Buch passagenweise gut unterhalten. Aber insgesamt überwiegen für sie die negativen Punkte. So hält sie der Autorin vor, letztlich unentschlossen zu sein, was sie mit ihrem Buch eigentlich will: Kunstwelt-Gossip für die Uneingeweihten verbreiten oder wirkliche Einblicke für Leser mit Vorkenntnissen bieten. Letzteres, das räumt Gropp ein, wäre ein durchaus schwieriges Projekt, ist die Kunstwelt doch sehr darauf bedacht, ihre Geheimnisse zu wahren. Wenig begeistern kann sich Gropp für die locker vorgetragenen Plattitüden und banalen Einsichten, die Thornton immer wieder zum Besten gibt. Letztlich gelingt es der Autorin in ihren Augen dabei nicht, hinter die Oberflächen der Kunstwelt zu blicken.
Mit gemischtem Gefühl nimmt Rezensentin Isabelle Graw diese "Mischung aus Reportage und Tagebuch" über ethnografische Reisen in die Kunstwelt auf (das laut Verlagsangaben im Mai erscheint). Denn so plastisch sie die Schilderung der Autorin auch findet, auf die Dauer findet sie die vielen beschriebenen Akteure, Orte, Strategien und Verstrickungen doch ein wenig ermüdend. Denn so plastisch manches Phänomen in der Beschreibung auch wird, zur Analyse dringt das Buch aus Sicht der Rezensentin nicht wirklich vor. Denn dazu fehlt es ihrer Einschätzung nach der Autorin an Distanz.
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