Sandra Blakeslee, Julia M. Lewis, Judith S. Wallerstein

Scheidungsfolgen - Die Kinder tragen die Last

Eine Langzeitstudie über 25 Jahre
Cover: Scheidungsfolgen - Die Kinder tragen die Last
Votum Verlag, Münster 2002
ISBN 9783935984034
Gebunden, 250 Seiten, 26,80 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Ulrike Stopfel. Die jetzt vorliegende deutsche Übersetzung der weltweit beachteten Langzeitstudie über 25 Jahre (bereits in 8 Sprachen übersetzt) bietet überraschende Ergebnisse zur Scheidungsproblematik. Hier wird nicht nur die Perspektive der Kinder und ihr Erleben der Trennung von einem Elternteil in den Vordergrung gestellt, sondern auch der Einschätzungswandel der Kindheitserfahrungen, der durchlaufen wird. Darüber hinaus wird erkennbar, wie die Erfahrung der Scheidung der Eltern die Lebenswege der Betroffenen beeinflussen und sich auf die Verhaltensweisen auswirken, wenn die "Scheidungskinder" im Erwachsenenalter zum Beispiel selbst geschieden werden...

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 12.12.2002

Die Zeiten ändern sich, meint die Rezensentin Eugenie Bott. Nicht mehr egoistische Selbstentfaltung der Eltern sei gefragt, sondern mehr Beachtung für die Leidtragenden des exzessivem Individualismus: die Kinder. Die amerikanische Psychologin Judith S. Wallerstein, berichtet die Rezensentin, hat eine Langzeitstudie über Scheidungskinder durchgeführt, die sie über 25 Jahre hinweg "begleitet" hat, und dabei "bemerkenswerte" Ergebnisse erzielt, die so manchen "Mythos" aus dem Weg räumen. In der Tat werde die Scheidung von den Kindern keineswegs nur als "vorübergehende Krise" erlebt. Im Gegenteil, sie verursache "schwere innere Blessuren, die erst im Erwachsenenalter aufbrechen". Allen voran die "Sehnsucht". Weiterhin, so Bott, werde in dieser Studie deutlich, dass diese seelischen Leiden das Beziehungsleben der Scheidungskinder maßgeblich beeinflussen: Vierzig Prozent der erfassten Scheidungskinder hätten niemals geheiratet, hätten Schuldgefühle in Bezug auf die elterliche Scheidung, und vor allem Töchter hätten "Mühe, sich ein eigenes Leben aufzubauen, weil sie in einer schwierigen Loyalität zu ihren Müttern" stehen. Daher beende Wallerstein ihre Studie mit einem Appell "an Güte und Nachdenklichkeit aller Eltern" und der Forderung, mehr auf die Kinder Rücksicht zu nehmen.
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