Aus dem Ungarischen von Christina Kunze. Der Zufall führt die beiden zusammen: den Erzähler und den berühmten Pianisten Z. In einem Kurort in den transsilvanischen Bergen begegnen sie sich. Es ist Weihnachten, und eine bunt zusammengewürfelte Gesellschaft verbringt die Feiertage in einem kleinen Gasthof. Schockiert müssen die Anwesenden zur Kenntnis nehmen, dass sich ein elegantes Liebespaar gemeinsam das Leben genommen hat. Tief betroffen vertraut der Pianist dem Erzähler ein Manuskript an, aus dem wir von seiner eigenen großen Liebe erfahren einer Liebe, die ihn seine Bestimmung finden ließ, für die er aber einen hohen Preis bezahlen musste. Vor dem Hintergrund eines fernen Krieges erzählt Marais dunkel funkelnder Roman von einer unerfüllten Liebe, deren Schmerz unerhörte Folgen hat.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.10.2011
Oje, Schrott in Wiederauflage. Was schon in der Übersetzung von 1955 salbadernd daherkam, kann Jörg Plath auch heute nicht überzeugen. Zweimal nimmt dieser Roman von Sandor Marai Anlauf, um von Glaube, Liebe, Hoffnung zu berichten, von Doppelfreitod und anderen Leidenschaften, und das bloß, um von Weltkrieg und Faschismus zu erzählen. Zu erzählen? Um kryptoreligiös darin zu schwelgen!, schimpft Plath. Nein, Gelsenkirchener Barock in der Literatur ist nichts für Plath. Lieber sind ihm die Tagebücher des Autors, davon gerne mehr, so seine Bitte an den Piper Verlag.
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