Samanta Schweblin

Das gute Übel

Erzählungen
Cover: Das gute Übel
Suhrkamp Verlag, Berlin 2025
ISBN 9783518431382
Gebunden, 189 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Aus dem argentinischen Spanisch von Marianne Gareis. Hinterm Haus liegt ein tiefer See, da sitzt sie stundenlang auf dem Grund und hält die Luft an - zurück bei Mann und Kindern wird sie den bohrenden Wunsch nicht los, für immer unter Wasser zu wollen. Ein Junge hat ein Loch in der Kehle und die Stimme verloren - und um die Aufmerksamkeit seines gebrochenen Vaters zu wecken, greift er zu immer abgründigeren Methoden. Eine im Sterben liegende Frau ruft eine Freundin an, mit der sie seit dreißig Jahren nicht gesprochen hat, seit dem tragischen Unfall damals - wer von den beiden trug daran eigentlich die Schuld? In den gestochen scharfen Horrorgeschichten von "Das gute Übel" kommen uns die Monster des Alltäglichen so nahe, dass wir ihren Atem im Nacken spüren.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 12.11.2025

Rezensent Martin Oehlen kommt angesichts von Samanta Schweblins neuen Erzählungen, die er als "wirklich unheimlich" und zugleich tiefgründig beschreibt, ins Schwärmen. Die Argentinierin nutze das Mysteriöse, um "die psychischen Verwerfungen der Figuren aufzudecken". Ob eine Frau mit Steinen beschwert im Meer versinkt oder ein Junge nach einer Notoperation seine Stimme verliert. Schweblin erzähle stets von Menschen, "denen ihr Leben aus dem Gleis gesprungen ist". Der Schrecken liege bei ihr "im Privaten, nicht im Spektakel". Mit Präzision und Empathie zeige Schweblin, wie das "Übel überall lauert", psychologisch fein und atmosphärisch dicht, lobt der Kritiker. Für Oehlen: eine Autorin, die man unbedingt entdecken muss. 

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 27.09.2025

Rezensent Richard Kämmerlings liest höchst überzeugende Kurzgeschichten der argentinischen Autorin Samanta Schweblin: Sie erzählen von "existenziellen Abgründen", von der Langzeitwirkung von Traumata, von den Momenten, in denen sich die Sicherheiten des Lebens verschieben. Eine der Geschichten beispielsweise handelt von Lidia, die ihre Mutter im Pflegeheim besucht und der eine der verwirrten Heimbewohnerinnen bis nach Hause folgt, erfahren wir. Deren Sohn bedroht Lidia körperlich, was elementare Ängste wieder aktiviert, von Schweblin Kämmerlings zufolge "dicht und geheimnisvoll" erzählt. Ihn überzeugen auch die anderen Erzählungen durch ihren an menschliche Grunderfahrungen anknüpfenden Horror.

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