Salvatore Bono

Piraten und Korsaren

Seekrieg, Handel und Sklaverei vom 16. bis 19. Jahrhundert
Cover: Piraten und Korsaren
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2010
ISBN 9783608943788
Gebunden, 320 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Achim Wurm. Die im gesamten Mittelmeerraum gefürchteten muslimischen Korsaren wurden im 16. und 17. Jahrhundert von den Ordensrittern der Malteser bekriegt und später sogar von den Elitesoldaten des US Marine Corps bekämpft, bevor ihrem Treiben erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein Ende gemacht werden konnte. Auch auf christlicher Seite machten sich die Malteser- und Stephansritter jedes Frühjahr zu Kaperfahrten an die jenseitigen Ufer des Mittelmeers auf, von denen sie oft mit reicher Beute zurückkehrten. Doch waren die Korsaren anders als gemeine Piraten keine Gesetzlosen, denn das Kaperwesen, zu dem auf beiden Seiten auch die Sklavenjagd gehörte, wurde staatlich kontrolliert. Zwar spielten die Kaperflotten beider Seiten eine wichtige Rolle in den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Muslimen und Christen, doch europäische Freibeuter machten auch vor Schiffen unter christlicher Flagge nicht halt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.01.2011

Thomas Speckmann hat mit Gewinn Salvatore Bonos Buch über die Piraterie im Mittelmeer zwischen dem 16. und dem 19. Jahrhundert gelesen. Eingehend berichtet der Rezensent von den Anstrengungen der europäischen Seemächte gegen die Seeüberfälle der Korsaren und nordafrikanischen Barbareskenstaaten, deren Haupteinnahmequellen die Piraterie und der Sklavenhandel waren. Speckmann findet Bonos Schilderung der Piraterie und ihrer Bekämpfung vom 16. bis zum 19. Jahrhundert glänzend dargestellt und gut strukturiert und lobt sie als nützliches "historisches Lehrstück". Allerdings hätte er sich zum letztlich erfolgreichen Kampf der Franzosen gegen die Korsaren und Barbareskenstaaten im 19. Jahrhundert einen näheren Blick auf die Langzeitfolgen gewünscht. Der Kampf gegen die Berber im Landesinneren zog sich nämlich bis 1871 hin und lässt vielleicht auch ahnen, was heutige Staaten bislang davon abhielt, der somalischen Piraterie konsequent entgegenzutreten, meint der Rezensent. Alles in allem lobt er diese Studie des Historikers, bis zu seiner Emeritierung Professor in Perugia, als sehr erhellend.
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