Irland, um 1700: Anne Bonny kommt als uneheliches Kind zur Welt und wird von ihrem Vater als Junge aufgezogen. Die Männerkleider verschaffen ihr Vorteile, aber Anne will sie selbst sein. Als junge Frau gilt sie als die "verlockendste und herausforderndste Schöne" von ganz Charles Towne. Doch "irgendeinen dieser gelackten Affen heiraten"? Nie im Leben! Zu groß ist Annes Hunger nach Freiheit, zu stark ihr Traum vom wilden Leben im sagenhaften Piratenreich "Libertalia". Annes Herz entflammt für den Piratenkapitän James Bonny - sie brennt mit ihm durch und geht auf wüste Kaperfahrt durch die Karibik ...
Ein Muss für die Sommerferien ist Anna Kuschnarowas dicker Piratenroman für Susanne Gaschke. Weitgehend auf echten Begebenheiten und Figuren beruhend, erzählt die Autorin darin die Geschichte der legendären Piratin Anne Bonny. Toll findet Gaschke, wie hier aktuelle Fragen nach Identität und Geschlechterrollen vor der Kulisse des 17. Jahrhunderts verhandelt werden. Dafür, dass so ein Spagat nicht schief geht und didaktisch wird, sorgen laut Gaschke Kuschnarowas Erzähltalent und eine irre faszinierende Hauptfigur mit heißem Blut und starkem Willen. Auch wenn es vor tropischer Tapete mitunter zu Irritationen beim historischen Tonfall und über sich einschleichende klischeehafte männliche Sichtweisen auf die betont unabhängige und ungewöhnliche Piratenbraut kommt, wie Gaschke kritisiert, auch wenn sich die Rezensentin angesichts der Beschreibung sexueller Praktiken manchmal fragt, für welche Altersgruppe das Buch eigentlich gedacht ist - dieses Buch muss mit in den Koffer.
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