Henry Wise

Holy City

Roman
Cover: Holy City
Polar Verlag, Hamburg 2026
ISBN 9783910918405
Gebunden, 344 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Karen Witthuhn. Ausgelöst durch den tragischen Tod seiner Mutter kehrt Will Seems aus Richmond in die ländliche Gegend von Süd-Virginia heim. Er tritt eine Stelle als Deputy Sheri in Euphoria County an, das von Kriminalität und Niedergang geprägt ist. Seine Bemühungen, sein Leben weiterzuführen, indem er das heruntergekommene Anwesen seiner Familie restauriert, werden zunichte gemacht, als ein brutaler Mord das Leben seines alten Freundes Tom Janders fordert, der bei einem Brandanschlag ums Leben kam. Die Schuld gegenüber einem alten schwarzen Freund, der vor Jahren Will beschützt hat und dafür eine bleibende Entstellung davongetragen hat, verfolgt ihn, als ausgerechnet dessen Vater wegen des Mordes an Tom verhaftet wird. Zeke Hathom wurde beim Verlassen des brennenden Gebäudes gesehen und der Sheri nimmt ihn umgehend in Gewahrsam. Aus Schuldgefühlen dem Sohn gegenüber will Seems die Unschuld des Vaters beweisen. Er gerät in Konflikt mit dem Sheriff, der offenbar froh ist, den Fall abschließen zu können. Als die lokale schwarze Gemeinde Bennico Watts, eine Privatdetektivin aus Richmond, engagiert, um Will bei der Suche nach dem wahren Mörder zu helfen, macht das den Fall für ihn nicht einfacher.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 19.02.2026

Rezensent Thomas Wörtche bespricht Henry Wises neuen Krimi durchaus angeregt. Er spielt in Virginia, einerseits in Richmond, der "holy city" des Titels, andererseits weiter im Süden in Euphoria County, wo ein Mord geschieht. Deputy Sheriff Will Seems ermittelt in der Sache, nachdem Sheriff Jeff Mills den offensichtlich Falschen verhaftet - einen Freund Will Seems'. Die Leute in Euphoria sind allesamt durch Schuld und Verbrechen aneinander gebunden, grundsätzlich herrscht am Handlungsort des Buches eine bleierne, dumpfe, von Gewalt geprägte Stimmung. Eben diese Schwere gefällt Wörtche ziemlich gut - ob er ansonsten mit dem Buch viel anfangen kann, wird aus der Besprechung nicht recht klar. Ein wenig irritiert ist der Rezensent davon, dass Wise - in der Tradition des Country Noir - Milieus und auch Stimmungen bearbeitet, aus denen Trump politischen Profit schlägt.

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