Sacha Bourgeois-Gironde

Briefe an Mano

Orang-Utan im Berliner Zoo
Cover: Briefe an Mano
Matthes und Seitz, Berlin 2025
ISBN 9783751810432
Gebunden, 124 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Nicola Denis. Mano, ein Orang-Utan im Berliner Zoo, kann keine Briefe empfangen. Doch das hält den Erzähler dieses Romans nicht davon ab, ihm zu schreiben - obsessiv, zärtlich und zunehmend dringlicher. Zunächst sind es Erkundungen über Manos Leben, seine Herkunft, die Frage nach seinem Namen und seiner Genealogie. Doch von Brief zu Brief rückt ein anderer Gedanke in den Vordergrund: Wie kann Mano befreit werden? Oder ist es eigentlich das Ich, das befreit werden muss? Was als poetische Reflexion über Gefangenschaft und Anderssein beginnt, wird zu einer fieberhaften Obsession, in der die Grenzen zwischen Empathie und Projektion, zwischen Vernunft und Wahnsinn verschwimmen. Der Erzähler verstrickt sich in juristische und philosophische Überlegungen, entwickelt Befreiungspläne und sucht in der Sprache ein Mittel, um zu Mano durchzudringen. Doch Mano bleibt stumm.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 03.12.2025

Rezensent Christoph Vormweg findet einigen Gefallen an diesem außergewöhnlichen Buch. Sacha Bourgeois-Gironde, Professor für Ökonomie und Kognitionswissenschaften, erzählt darin von einem Mann, der sich in einen Orang-Utan namens Mano verliebt und mit diesem zusammenleben möchte. Nur leider ist Mano im Berliner Zoo eingesperrt, die Briefe, die der Erzähler an ihn adressiert, werden nicht zugestellt und auch sonst legen die Behörden dem unkonventionellen Begehren allerlei Steine in den Weg. So absurd die Geschichte anmuten mag, man kann einiges aus ihr lernen, findet Vormweg, unter anderem über die Tierrechtsbewegung, auch kognitionswissenschaftliche Fragen spielen eine Rolle. Lustig ist das angenehm wenig moralisierende Buch außerdem, freut sich der Rezensent, dem auch Nicola Denis' Übersetzung ins Deutsche ausgesprochen gut gefällt.

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