Sabine Hering, Kurt Schilde

Das BDM-Werk `Glaube und Schönheit`

Die Organisation junger Frauen im Nationalsozialismus
Cover: Das BDM-Werk `Glaube und Schönheit`
Metropol Verlag, Berlin 2000
ISBN 9783932482373
Kartoniert, 224 Seiten, 18,41 EUR

Klappentext

Mit einem Vorwort von Annette Kuhn. Die Organisation "Glaube und Schönheit" war eine Gründung innerhalb des Bundes Deutscher Mädel (BDM), mit dem Ziel, die 17- bis 21 jährigen jungen Frauen in Deutschland in den Jahren 1939 bis 1945 zur "gemeinschaftsgebundenen Persönlichkeit" zu erziehen. Unter Führung von Clementine zu Castell, später von Jutta Rüdiger, entwickelte sich "Glaube und Schönheit" nach Kriegsbeginn von einer Frauenbildungsorganisation zu einer der immer dringlicher benötigten Gruppierungen im Kriegshilfsdienst. Die Frauen, die das BDM-Werk "Glaube und Schönheit" miterlebt und gestaltet haben, schildern im Rückblick die Widersprüchlichkeiten ihrer Erfahrungen in der Organisation.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.01.2001

Ein ärgerliches Buch! Michael Buddrus führt verschiedene Gründe seiner Verärgerung an. Da sei zum einen die Zeuginnenbefragung im ersten Teil, die zu einer undifferenzierten Übernahme der Zeuginnenaussagen führte. Dann ärgert ihn die lasche und unkundige Handhabung der historischen Quellen - nicht einmal das Gründungsdokument werde erwähnt. Die miserable Quellenbasis führe ärgerlicherweise wiederum dazu, dass neuere Forschungserkenntnisse nicht überprüft würden oder zur Anwendung kämen. Die abgedruckten Dokumente hätten weder Erkenntnis- noch Neuigkeitswert. Das Fazit der Autoren lautet nach Buddrus: je nach sozialer Position innerhalb der Hierarchie der HJ-Organisation blickten die befragten Zeuginnen positiv bzw. negativ auf "Glaube und Schönheit" zurück - je ranghöher sie standen, desto getrübter ist auch heute noch Blick. Das Fazit des Rezensenten wiederum kann nur lauten: ärgerlich.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 08.01.2001

So richtig gut hat Dagmar Pöpping der Band der Siegener Historiker Sabine Hering und Kurt Schilde nicht gefallen. Es gibt einen großen Nachholbedarf bei der Frage nach der Rolle der Frauen im Nationalsozialismus. Daher würdigt die Rezensentin auch das Projekt der Autoren, die Struktur des 1938 von Reichsjugendführer Baldur von Schirach gegründeten BDM-Werks zu rekonstruieren und Zeitzeuginnen darüber zu befragen. Pöpping vermisst jedoch bei den Interviews eine kritische Distanz oder eine Kommentierung der Autoren. Denn die ehemaligen BDM-Führerinnen glühen auch heute noch vor Begeisterung für diese Organisation, berichtet Pöpping. Beständig blenden sie jede negative Seite der NS-Frauenschaft aus und lehnen die Verantwortung für ihre aktive Teilnahme am NS-Staat ab, stellt die Rezensentin fest. Trotz dieser Kritik hält sie das Buch für einen wichtigen Beitrag zu einem kaum erforschten Thema.
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