Aus dem Amerikanischen von Inge Leipold. Owen Brown erzählt die Geschichte seines Vaters John Brown, des radikalsten Gegners der Sklaverei in den USA. Liebevoller Vater, zorniger Patriarch, fanatischer Kämpfer für die Gerechtigkeit - aus der Auseinandersetzung mit diesem widersprüchlichen Menschen, der ein wichtiges Stück amerikanische Geschichte verkörpert, wird ein fesselndes Drama über Väter und Söhne.
Volker Weidermann schwämt enthusiastisch von diesem Buch, dass seiner Meinung nach eine euphorische Besprechung „verdient“ habe. Es sei ein „großes, weit ausholendes, im besten Sinne altmodischen Epos“, so setzt er seine Schwärmereien fort. Jedoch - fatalerweise hat gerade Weidermann ein Exemplar des Buchs erwischt, in dem entscheidende sechszehn Seiten fehlen (560 bis 577). Er versichert dem Leser jedoch, dass Recherchen beim Verlag ergeben haben, dass ihm als einzigen dieses Malheur widerfahren ist. Und so fleht er die zukünftigen Leser des Buchs an, ihm die besonders spannenden Stellen zu verraten: „Schreiben Sie mir, wen Owen liebte“.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.05.2000
"Ein historischer Roman im besten Sinne" ist dem Autor hier nach Ansicht von Klaus Ensslen gelungen, der sich spürbar fasziniert zeigt von Russells mitreißender Schilderung der amerikanischen Gesellschaft aus der Zeit unmittelbar vor Ausbruch des Bürgerkriegs. "In kraftvollen Szenen und Bildern von großer Anschaulichkeit" hat der Autor - so Ensslen - die private Seite Browns mit all seinen Facetten und Widersprüchlichkeiten gezeichnet. Lediglich die Sichtweise der unterdrückten schwarzen Bevölkerung kommt nach Ansicht des Rezensenten etwas zu kurz. Hier hätte er sich mehr "Vertiefung" gewünscht. Angesichts seiner Begeisterung für diesen Roman scheint dieser Punkt jedoch für ihn kaum ins Gewicht zu fallen. Auch die Übersetzung findet Ensslen "vorzüglich".
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