Rüdiger Overmans

Deutsche militärische Verluste im Zweiten Weltkrieg

Beiträge zur Militärgeschichte, Band 46
Oldenbourg Verlag, München 1999
ISBN 9783486563320
gebunden, 367 Seiten, 39,88 EUR

Klappentext

Schon unmittelbar nach Kriegsende haben die Alliierten versucht, die Höhe der deutschen Verluste im Zweiten Weltkrieg zu erforschen. Es war jedoch bis heute nicht möglich, zu annähernd zuverlässigen Ergebnissen zu kommen. Der Zusammenbruch der Wehrmacht und damit des Meldewesens ab Mitte 1944 und die Unkenntnis über das Schicksal von Millionen Vermisster sind die Gründe dafür. Overmans wertet nun Daten der 1939 gegründeten "Deutsche Dienststelle" aus. Bis heute ist es deren Aufgabe, gemäß den Genfer Konventionen von 1929, das Schicksal der Soldaten des zweiten Weltkrieges nachzuweisen. Die Ergebnisse legen nahe, bisher ungeprüfte Annahmen - etwa über den inneren Zusammenhalt des Heeres an der "Ostfront" - zu überdenken.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.06.2000

Christian Hartmann ist dankbar, dass sich endlich jemand der "schwierigen wie entsagungsvollen Herausforderung gestellt hat", die genauen Zahlen über die gefallenen deutschen Soldaten des Zweiten Weltkriegs festzustellen. Bisher wurde geschätzt, dass es zwischen 3 und 7 Millionen Tote waren, nach Overmanns` Studie wissen wir es jetzt genau: Es waren 5,3 Millionen. Für Hartmann ist das keine Faktenhuberei. Er weist darauf hin, dass es ein öffentliches Bedürfnis an "sauber recherchierten Zahlen" gibt, weil in solchen Statistiken oft "politischer Zündstoff" steckt - als Beispiel verweist er auf die Diskussionen über die genaue Zahl der jüdischen Holocaustopfer oder der gefallenen sowjetischen Soldaten. Mit den genauen Zahlen hätte sich Hartmann - wie er betont - schon zufrieden gegeben, umso entzückter ist er, dass Overmanns nicht nur recherchiert, sondern die Statistik auch "umfassend interpretiert" hat. Hartmann zeigt sich überrascht, wie viele Soldaten noch in den letzten zehn Monaten des Krieges starben - allein im Januar 1945 waren es 450.000. Es gibt noch mehr "interessante" Ergebnisse, die Hartmann aufzählt, etwa dass die Verluste der Waffen-SS kaum höher waren, als die des Heeres. Overmanns habe hier "ein wirkliches Grundlagenwerk zu einem zentralen Aspekt des Zweiten Weltkriegs vorgelegt", resümiert Hartmann und mahnt abschließend: Auch die gefallenen deutschen Soldaten dürfen nicht vergessen werden.
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