Peter Lieb

Konventioneller Krieg oder NS-Weltanschauungskrieg

Kriegführung und Partisanenbekämpfung in Frankreich 1943/44. Dissertation
Cover: Konventioneller Krieg oder NS-Weltanschauungskrieg
Oldenbourg Verlag, München 2008
ISBN 9783486579925
Gebunden, 632 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Die nun schon über zehn Jahre andauernde Diskussion über die Wehrmacht und die von ihr begangenen Verbrechen hat sich fast ausschließlich auf den östlichen Kriegsschauplatz konzentriert. Die vorliegende Studie schließt nun eine wichtige Forschungslücke, indem sie sich mit dem Verhalten von Wehrmacht und Waffen-SS in Frankreich 1943/44, also der zweitwichtigsten Front des Krieges, auseinandersetzt. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht der Kampf gegen die französische Partisanenbewegung und die Westalliierten. Besondere Aufmerksamkeit schenkt Peter Lieb dem Einfluss des Ostkriegs auf den Westkrieg. Die in der Sowjetunion gesammelten Erfahrungen trugen nicht unerheblich zur Radikalisierung des deutschen Vorgehens in Frankreich bei. Doch trotz einiger Ähnlichkeiten überwiegen die Unterschiede zwischen diesen beiden Kriegsschauplätzen: Der von der NS-Führung gewünschte und geforderte Weltanschauungskrieg im Westen blieb weitgehend aus.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.02.2009

Vorbildlich nicht nur im Abbildungsteil mit seinen Karten und Fotos fiindet Rezensent Sönke Neitzel Peter Liebs Untersuchung zur Frage, ob der Krieg der Deutschen an der Westfront ein konventioneller oder ein weltanschaulich motivierter war. Achtenswert ist für Neitzel die durch den Autor vorgenommene erschöpfende Auswertung deutscher wie französischer Quellen, die ihm für die genaue Rekonstruktion deutscher Kriegsverbrechen in Frankreich äußerst ergiebig erscheint. Die von Liebs erbrachten Befunde bezüglich der Geschehnisse an der Front und der Unterschiede zwischen Wehrmacht und Waffen-SS führen Neitzel schließlich zu der Erkenntnis, dass der von Hitler geplante Weltanschauungskrieg gegen die Westalliierten nicht stattgefunden hat.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.04.2008

Als "wegweisend" würdigt Franziska Brüning Peter Liebs Studie über die Kriegsführung Nazi-Deutschlands im Westen, weil er darin mit Legenden aufräume, ohne einseitig zu urteilen, wie sie befindet. Der Historiker weist darin auf Basis eines breiten und gründlichen Quellenstudiums nach, dass der Krieg im Westen keineswegs als "sauber" angesehen werden kann, wie es in der Öffentlichkeit und weitgehend auch in der Forschung getan wird. Vielmehr könne der Autor zeigen, dass auch der Westfeldzug, wie später der gegen die Sowjetunion, ideologisch motiviert war und vielfach gegen das Völkerrecht verstieß, teilt die Rezensentin mit. Lieb differenziert in seiner Studie genau zwischen Wehrmacht und SS-Organisationen, ohne dass er die Verbrechen der Wehrmacht kleinredet, stellt die Rezensentin zudem angetan fest.
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