Rudolf Borchardt (Hg.), Judith Schalansky (Hg.)

Der Deutsche in der Landschaft

Cover: Der Deutsche in der Landschaft
Matthes und Seitz Berlin, Berlin 2018
ISBN 9783957575296
Gebunden, 552 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Kaleidoskopartig entfalten sich in den Texten dieser erstmals 1925 in der Bremer Presse veröffentlichten Sammlung deutscher Reisebeschreibungen Wege, Täler, Berge und Ebenen aller Erdteile. Zumeist heute unbekanntere Geografen, Naturforscher, Kulturhistoriker und Dichter aus zwei Jahrhunderten kommen darin zu Wort. Sie alle zogen aus, die klingende Weisung, die der Herausgeber Rudolf Borchardt seiner Auswahl zuschreibt, zu verbreiten. Der Deutsche in der Landschaft ist Beobachter, Wanderer der Geschichte, Gast auf Erden: "Die Welt geht in ihn ein, indes er in der Welt". Somit ist Borchardts Sammlung neben detaillierter Landschaftsbeschreibung immer auch kulturelles Psychogramm, Selbstreflexion über die eigene Herkunft, Versuch der Ordnung und des Erkenntnisgewinns. Walter Benjamin fasste diese faszinierende Sammlung so zusammen: "Wie vier Hauptansichten des Erdkörpers, die sich im neunzehnten Jahrhundert den Deutschen erschlossen - die streng geographische, die naturwissenschaftlich beschreibende, die landschaftlich schildernde, die historische -, in diesem Buch sich verbinden, das zu entwickeln, hieße ein zweites schreiben."

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 14.04.2018

Die von Judith Schalansky herausgegebene Neuausgabe von Rudolf Borchardts Landschaftsanthologie weckt bei Jens Nordalm Heimatgefühle. Nicht die dumpfen, versichert er, der die Aktualität des Bandes betont, sondern die schönen, reichen, guten. Wenn deutsche Wissenschaftler, Schriftsteller und Vertreter verschiedenster Berufe Weltgegenden beschreiben, Natur, Licht, Luft und Farben, wird Nordalm warm ums Herz. Die Auszüge aus Briefen, Tagebüchern wissenschaftlichen und Reisetexten über Frankreich, Deutschland, Südamerika und Asien sind für den Rezensenten ein Füllhorn an Entdeckungen. Ob Schopenhauers Mutter über das englische Landhaus als Lebensform schreibt oder Bettina von Arnim über den Rhein, Alexander von Humboldt über die Wüste oder Kleist über Würzburg - stets begegnen dem Rezensenten überwältigende Bildung, Sprach- und Vorstellungskraft.