Aus dem Englischen von Cornelia Röser. Mit 29 Beitragende schreiben über eine Welt, in der man als Betroffene*r von sexueller Gewalt und Aggression die Folgen oft allein ertragen muss und sich einredet, dass es ganz so schlimm nicht gewesen sein kann. Eine Welt, in der Überlebende von Missbrauch - falls sie sich doch trauen, ihre Stimme zu erheben - routinemäßig diskreditiert, verunglimpft, verleumdet, herablassend behandelt, verspottet, beschämt, beleidigt und schikaniert werden. Eine Welt, in der es normal zu sein scheint, in einer Rape Culture zu leben, Kindesmissbrauch zu dulden und auf der Straße belästigt zu werden. "Halb so schlimm" versammelt Essays, die sich oft sehr persönlich und immer unerschrocken ehrlich zeigen, die unsere Welt spiegeln, wie sie ist, und gleichzeitig endlich klarstellen wollen, dass halb so schlimm nicht mehr gut genug sein darf. Ausgewählt von Kulturkritikerin und Autorin Roxane Gay.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 18.09.2024
Rezensentin Milena Bartholain annonciert ein wichtiges Buch, dessen Lektüre sie nicht nur Frauen, sondern vor allem auch Männern empfiehlt. In 29 Essays denken Frauen über Rape Culture nach, oft sehr persönlich, immer auf eigener Erfahrung beruhend - und führen hinein in das "undurchsichtige Dickicht", welches das Patriarchat errichtet hat, erklärt die Kritikerin. Sie liest hier von Vergewaltigungen, aber auch von alltäglicher Schikane und Verunglimpfung. Vor allem aber gelingt es der Kulturkritikerin Roxane Gay, mit Klischees über sexuelle Übergriffe aufzuräumen. Die Verantwortung liegt allein bei den Tätern, fasst die Rezensentin die wichtigste These des Buches zusammen. Dass sich Frauen immer noch für Übergriffe von Männern entschuldigen müssen, zeigt die Notwendigkeit dieses Buches, schließt sie.
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