Rosmarie Waldrop

Ein Schlüssel zur Sprache Amerikas

Prosa. Gedichte. Zweisprachige Ausgabe
Urs Engeler Editor, Basel 2004
ISBN 9783905591828
Gebunden, 174 Seiten, 17,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Elke Erb und Marianne Frisch. Die Sprache Amerikas: Das ist nicht nur Kriegsdrohung und Börsenkrach. Das waren zuerst die Sprachen der Ureinwohner, die als erster Roger Williams in seinem Buch "A Key Into The Language of America" im Zusammenhang mit den indianischen Lebensweisen und Bräuchen beschrieb. Dieses Buch legte Rosmarie Waldrop ihrer Erkundung der heutigen Lebens-Sprachen Amerikas zugrunde: Indem sie seine Struktur übernimmt - zu jedem Aspekt menschlichen Lebens gibt Williams eine Wortliste, anthropologische Beobachtungen und ein Gedicht - montiert sie ein vielfach gebrochenes Kaleidoskop des Verhältnisses zum "Anderen" als Frau oder Fremden.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 01.03.2005

Ein "höchst empfehlenswert" vergibt Jürgen Brocan an diesen Gedichtband, der bei Urs Engeler Editor erschienen ist, einem kleinen Baseler Verlag, der sich seit längerem um moderne amerikanische Lyrik bemüht. Rosmarie Waldrop sei in den 50-er Jahren aus Deutschland in die USA übergesiedelt, berichtet Brocan, und vielleicht habe sie ja das Leben mit zwei Sprachen, zwischen zwei Kulturen besonders sensibel gemacht für die historische Dimension auch der amerikanischen Sprache, überlegt er. Stichwortgeber ihres elften Gedichtbandes sei nämlich, erläutert der Rezensent, ein bereits 1643 erschienenes Buch eines gewissen Roger Williams, das unter dem Titel "A Key to the Language of America" in die Sprache und Welt der Narrangansett-Indianer einführte. Formal folgt Waldrop dem Aufbau von Williams' Buch, so Brocan, sie collagiere sein Vokabular mit modernen Versatzstücken, mische Narratives und Lyrisches. Auf diese Weise entstünde ein sehr reizvolles Sprachgeflecht, das sicherlich nicht immer leicht zu entschlüsseln sei, aber sprachliche und kulturelle Identitäten in Frage stelle, das Thema Eroberung in Bezug auf die Frau weiterführe, Sitten damals und heute erkunde. Lässt sich so ein Spracherkundungstrip überhaupt ins Deutsche bringen, fragt Brocan. Im Fall von Elke Erb und Marianne Frisch ja, weil sie die richtige Mischung an Textgenauigkeit und Abweichlertum mitbrächten.
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