Edna St. Vincent Millay

Journal

Cover: Journal
Urs Engeler Editor, Holderbank 2024
ISBN 9783907369340
Gebunden, 84 Seiten, 10,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Günter Plessow. "Eines Tages - eines Tages - " Mit diesem Einverständnis schließt die Dichterin das Tagebuch, das sie kurz vor ihrem Tod im Jahre 1950 geschrieben haben dürfte. Er erinnert uns daran, daß die 16-jährige Schülerin Edna die Gewohnheit hatte, nach der Hausarbeit mit ihrem Tagebuch zu disputieren und dabei ihr Lyrisches Ich zu erfinden, um sich mühelos darin einzuleben. Drei, vier Jahre später mauserte sie sich zur Verfasserin des erstaunlichen Langgedichts Renascence, das sie 1912 schlagartig bekannt machen und mit einem Stipendium für das renommierte Vassar College beehren sollte. Viele Motive dieses berühmten Erstlings - Lebensskepsis, Tod, Apfelbäume - tauchen im Journal wieder auf, andere - Blaubart etwa, Philosophien, ist & ist nicht - erinnern an spätere Arbeiten.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 19.11.2024

Rezensentin Manuela Reichart erfährt aus den lyrischen Tagebucheinträgen von Edna St. Vincent Millay, wie sich der US-Dichterin Tod und Vergänglichkeit darstellten. Besonders der souveräne, ironische Ton des Abschiedstagebuchs gefällt Reichart. Günter Plessows Übertragung trifft ihn laut Reichart auf freie, eigene Weise. Die 36 Vierheber in der zweisprachigen Ausgabe sind für Reichart eine willkommene Erinnerung an eine lyrische Ikone der Jazz-Ära.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.09.2024

Rezensentin Angelika Overath freut sich über die ihrer Meinung nach gelungene Übersetzung dieses Bandes der Lyrikerin und Jazzsängerin Edna St. Vincent Millay, der ihr "das poetische Irrlicht" der Jazz-Ära in seiner lyrischen und persönlichen Wirkungskraft nahe bringt. Die Übersetzung von Günter Plessow - langjähriger Millay-Vermittler im deutschsprachigen Raum - will diesmal den Rhythmen und der "sprachlichen Gestik" von Millays Lyrik gerecht werden, was Overath begeistert. Millay sinniert hier über sich und das Leben, über den Tod und die sinnliche Wahrnehmung ihrer Welt. Und Overath wirkt wie eine glückliche Leserin, wenn sie mit Millay Fragen wie der nach dem Primat des Empfindens über den Verstand nachgeht. Insgesamt kann manlaut Overath in diesem Band eine "erstaunliche Frau" und Lyrikerin entdecken.