Rose Ausländer

Deiner Stimme Schatten

Gedichte, kleine Prosa und Materialien aus dem Nachlass
Cover: Deiner Stimme Schatten
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2007
ISBN 9783100015280
Gebunden, 127 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Rose Ausländers Rang als Lyrikerin ist mittlerweile unbestritten. Nach Jahrzehnten, in denen man ihren Namen nur unter Kennern nannte, zählt sie heute ganz selbstverständlich zu den Klassikern der Moderne, und ihre Gedichte stehen gleichberechtigt neben denen von Nelly Sachs und Else Lasker-Schüler. In ihrem Werk beweist sich noch einmal die Kraft der Literatur: Ihre Stimme dringt aus dem Dunkel eines unmenschlichen Schicksals zu uns und spricht doch überzeugend von der Schönheit und vom Licht.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 19.06.2008

Mit großem Interesse nimmt Rezensentin Gisela von Wysocki diese Publikation aus dem Nachlass als Erweiterung des Blicks auf diese Dichterin auf. Denn hier sind ihren Informationen zufolge erstmalig kurze Texte aus den New Yorker Jahren der aus der Bukowina stammenden Rose Ausländer zu lesen. In diesen "skizzenhaften Texten" sieht die Rezensentin in "schockhaften Bildern" alteuropäischen Geist auf moderne Urbanität treffen. Aber auch die Texte über die Heimatstadt der Autorin, Czernowitz, beeindrucken die Rezensentin sehr, die auch das Nebeneinander verschiedener Arten von kosmopolitischer Kultur in den Städten und Rose Ausländers Blick darauf sehr aufschlussreich findet. Auch die Beschäftigung Ausländers mit dem Begriff Heimat und der lyrischen Sprache bewegt die Rezensentin sehr, die auch das Nachwort des Herausgebers lobend erwähnt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.01.2008

Erfreut zeigt sich Rezensent Harald Hartung über diesen von Helmut Braun herausgegeben Band mit Texten aus dem Nachlass von Rose Ausländer, die heute vor zwanzig Jahren gestorben ist. Er wirft einen Blick auf das von Verfolgung und Exil geprägte Leben der Dichterin, würdigt ihre Produktivität, ihren Lebensmut und ihre Zuversicht. Dieser Optimismus schlägt sich in seinen Augen auch in den Gedichten, der Prosa und den anderen Materialien dieses Bands nieder. Bei der Lektüre macht Hartung auch eine kleine Entdeckung: neben den vertrauten "vielschichtigen Metaphern" und "poetischen Symbolen" findet er in den Gedichten des Nachlasses immer wieder einen ausnehmend "scharfen Blick für gesellschaftliche Verhältnisse". Bemerkenswert scheint ihm in diesem Zusammenhang, dass zum Beispiel beim Erstdruck des Gedichts "MINONA, Minnesota" von 1981 einige bissig-ironischen Verse weggelassen wurden, wahrscheinlich weil sie, wie Hartung vermutet, das Bild Ausländers als einer "versöhnenden Poetin" gestört hätten. Im vorliegenden Band lassen sich die weggefallenen Verse zu seiner Freude nun nachlesen.
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