Zum 75. Geburtstag am 29. Juni 2007 erscheint die lang erwartete Erstausgabe neuer Gedichte von Ror Wolf, darunter die vierte und letzte Folge von "Hans Waldmanns Abenteuer" sowie "Pfeifers Reisen", ein "Vers-Epos in 40 Umdrehungen". Dazu über hundert bislang unveröffentlichte Gedichte aus den Jahren 1958 bis 2006.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.09.2007
Martin Zingg widmet sich mit Genuss zwei Büchern von Ror Wolf, die nun anlässig seines 75. Geburtstages erschienen sind. Angesichts des Lyrikbandes "Pfeifers Reisen" schwelgt der Rezensent im hinreißenden Unsinn der dabei dennoch Hintersinn offenbarenden Gedichte. Wolf lässt darin seinen schon aus früheren Werken bekannten Hans Waldmann ein letztes Mal auf die Reise gehen. Dabei begeistern Zingg gerade die reizvolle Diskrepanz zwischen der eher strengen Form und dem doch eher anarchischen Inhalt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.06.2007
Zum 75. Geburtstag wünscht Friedmar Apel dem Autor mehr "unerschrockene Leser". Für Apel nämlich bleibt ein Ror Wolf jenseits reiner Wortspielerei noch zu entdecken, der Adornos "Doppelcharakter authentischer Kunst" - formal autonom, zugleich sozial gebunden - virtuos umzusetzen vermag. Die im Band "Pfeifers Reisen" nun vorliegenden über hundert unveröffentlichten Gedichte (1956-2006), findet Apel und zitiert ausgiebig daraus, geben dazu Gelegenheit. Kennern empfiehlt Apel den Band schon wegen der Fortsetzung von Waldmanns Abenteuern. Hinter der noch immer frisch wirkenden sinnverweigernden Sprachartistik aber entdeckt der Rezensent neben autobiografischen Bezügen menschliche Grundkonstanten: Angst, Leiden, Verfall. Nur dass Wolf es eben "viel lustiger" und also "trostreicher" zu reimen weiß als die Wirklichkeit.
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