In "Fundbüros und Verstecke" erhebt Tanja Dückers Einspruch gegen die Schwerkraft, besingt das Fallen, setzt an zum Fliegen - und folgt dabei dem roten Faden, "der unsere Leben / zusammenhielt". Sie umkreist die Welt, findet sie im Nahen wie im Fernen, in ausgedehnter Zeit wie in der Flüchtigkeit. Reisen haben immer eine existenzielle Dimension, ihr Blick geht oft nach Osteuropa. Das Zusammenspiel von Öffentlichem und Privatem wird in Hommagen an Emily Dickinson, Hans Magnus Enzensberger und Fernando Pessoa erkundet. Dabei lässt sich Tanja Dückers von Märchenmotiven und urbaner Alltagspoesie inspirieren: Unter dem Motto "Man kommt nicht los / von dem was man nicht kennt", blickt sie "über den Tellerrand der Erde" und spiegelt kritisch unsere Gegenwart: "Zeichen am Himmel / auch wir".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 09.05.2012
Artur Becker ist hingerissen von Tanja Dückers' viertem Gedichtband "Fundbüro und Verstecke", dessen unabgegriffene Sprachbilder den gewohnten Blick auf die Welt herausfordern - nicht jedoch, wie der Rezensent betont, um die Welt in Zweifel zu ziehen oder zu entzaubern, sondern um das Leben immer aufs Neue zu bejahen. Becker macht bei Dückers eine Nähe zur osteuropäischen Poesie aus und sieht sie in der Tradition von polnischen Dichtern und Dichterinnen wie Czes?aw Mi?osz und Wis?awa Szymborska. "Geschickt und mutig... und manchmal auch dreist und provokativ" suchten Dückers' Gedichte nach dem Herzen des Lesers.
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