Aus dem Englischen von Monika Niehaus-Osterloh. Selbst im Verhältnis zur Geschichte seiner eigenen Existenz auf Erden ist die Geschichte des menschlichen Fortschritts kurz. Und sie könnte schon bald zu Ende sein. Wie gingen Aufstieg und Fall bedeutender Zivilisationen vor sich, was können, ja müssen wir daraus lernen? Ronald Wright gibt in seinem ebenso kurzweiligen wie nachdenklichen Durchgang durch unsere Gattungsgeschichte Antworten auf diese Fragen. "Der große Vorteil, den wir haben, unsere beste Chance, ist unser Wissen um die vergangenen Gesellschaften. Wir können sehen, wie und warum sie gescheitert sind. Homo sapiens hat die Informationen, sich selbst als das zu erkennen, was er ist: ein eiszeitlicher Jäger, stehen geblieben auf halbem Weg zur Intelligenz, gescheit, aber nur selten weise." (Ronald Wright )
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.04.2006
Erschrocken reagiert der Rezensent auf die Erkenntnis, die in diesem "spannenden" Buch lauert: Der Mensch ist dumm und hat auch in tausend Jahren nichts dazugelernt. Martin Urban folgt dem britischen Archäologen Ronald Wright durch "Eine kurze Geschichte des Fortschritts", die offenbar wenig mit Fortschreiten, dafür umso mehr mit beharrlicher Fehlbarkeit zu tun hat. Von den immer hungrigen Jägern der Altsteinzeit bis ins ressourcenknappe Heute reicht die Message, die Urban dem Band entnimmt: "Rotte deinen Wirt nicht aus." Ein ernstzunehmender Aufruf, findet Urban, nicht zuletzt weil Wissenschaftspublizisten wie Wright "besser als Spezialisten die Welt deuten können".
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