Viele arabische und afrikanische Staaten übernahmen nach ihrer Unabhängigkeit die säkular geprägten Staatsverfassungen, Verwaltungs- und Rechtssysteme der früheren Kolonialmächte. Diese Tatsache wurde insbesondere von islamischen Reform- und Oppositionsbewegungen kritisiert. Sie setzten sich für die Entwicklung einer islamischen Gesellschaftsordnung ein und waren zum Teil bereit, für dieses Ziel mit radikalen Mitteln zu kämpfen. In Senegal ist es dem säkularen Staat seit der Unabhängigkeit jedoch gelungen, die islamischen Reform- und Oppositionsgruppierungen weitgehend ins politische Leben des Landes zu integrieren. In dieser Arbeit wird gezeigt, warum der senegalesische Staat seinen säkularen Charakter nach der Unabhängigkeit nicht nur behaupten, sondern sogar noch verstärken konnte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.03.2002
Trotz ihrer Umständlichkeit lobt Rezensent Andreas Eckert die Studie, da sie "eindrucksvoll" die vielfältigen Verflechtungen in Senegal verdeutliche. Ohne klarzumachen, ob er sein Wissen aus Loimeiers Studie hat, skizziert Eckert neben geschichtlichen Rückblicken in die Kolonialzeit die Herrschaftsstrukturen, mit denen der Staat seit der Unabhängigkeit des Landes zwischen säkularen Interessen und islamischen Strukturen und Bewegungen operiere. Hierbei geht er insbesondere auf den langjährigen Präsidenten Diouf ein, der sowohl Zugeständnisse an die Reformisten als auch an die islamischen Vertreter gemacht habe. Seine Weigerung, etwa dem Ruf nach "islamischen Aspekten" in der Rechtsprechung nachzukommen, und die darauf folgende Opposition vieler Marabus, habe ihn wohl die Wiederwahl im Jahre 2000 gekostet, wie der Rezensent vermutet.
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