Mit Illustrationen von Juliane Steinbach. Aus dem Englischen von Thomas Brückner. Aus dem Französischen von Sigrid Gross. Aus dem Portugiesischen von Ines Koebel. Seit vielen Jahren hat es auf dem deutschen Buchmarkt keine Anthologie afrikanischer Lyrik mehr gegeben. Die Gedichte über die Liebe aus mehr als fünf Jahrzehnten bieten dabei ein großes Panorama unterschiedlicher Stile und Tendenzen, von der hymnischen Beschwörung weiblicher Schönheit bis zu epigrammatischen Beobachtungen. Die Gedichte umfassen die Liebe in den unterschiedlichsten Facetten. Es geht um Erotik, um den Körper, aber auch um die Liebe zur Familie oder die Gefühle für das eigene Land.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 04.02.2003
Mit nicht ganz ungetrübter Freude hat Rezensent Uwe Stolzmann diese Anthologie afrikanischer Lyrik gelesen, die Gedichte aus fünf Jahrzehnten versammelt - von Altmeistern wie Wole Soyinka und Chinua Achebe ebenso wie von bislang Namenlosen. Zu finden seien ganz verschiedene Stile und Tendenzen, traditionelle bis mostmoderne Gedichte, kämpferische, nostalgische, wütende, schwelgerische, zynische. Einige poetische Glanzlichter machen die Lektüre für Stolzmann zu einem wahren Erlebnis, besonders hebt er natürlich Achebes "reine Poesie" hervor, aber auch Leopold Sedar Senghor, den Begründer der "Negritude", die "Kraft und die Wut" des Syl Cheney-Coker und den Zynismus der "großartigen" Ingrid Jonker. Allerdings hat Stolzmann auch Einwände: Gar nicht gefällt ihm, dass allein Lyriker aufgenommen wurden, die in Englisch, Französisch oder Portugiesisch schreiben, Gedichte aus afrikanischen Sprachen aber ausgespart blieben, weil sie nur schwer übertragbar sind. Auch bemängelt er ein gehöriges Maß an Durchschnittlichkeit bei den ausgewählten Gedichten, deren gefälligen Bilder das Geheimnis und die Gefahr fehlt, mithin also jegliche Poesie.
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