Rolf Hochhuth legt dar, dass Politik und Krieg den Ursprung der Dichtung bilden. Entstehung, Uraufführung und Verbot des ersten Dramas aus den neunziger Jahren des 5. Jahrhunderts wurden ausgelöst durch eine politische Katastrophe - die Zerstörung der kleinasiatischen Stadt Milet. Aber es gilt auch der Satz: Das Drama, in seinen vollendetsten Ausprägungen, zeigt nicht nur Politik, sondern macht auch Politik. Diese Thesen belegt Rolf Hochhuth mittels eines Streifzugs durch die ganze Dramengeschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.05.2002
Neues von Rolf Hochhuth? Heinz Ludwig Arnold ist skeptisch: "Was heißt schon neu bei Hochhuth?" Auf Schritt und Tritt, schreibt er, begegnen einem die alten Themen des Autors: Burckhardt, Mommsen, Goethe, Schiller, Churchill und Napoleon. Und alles, ob Rede oder Essay, wirkt "atemlos", ist "voller nebensächlicher Fakten" und "exkursiver Blasenbildungen". Dass Arnold ihn dennoch gern liest, den Hochhuth und seine Frankfurter Vorlesungen, liegt daran, dass er "erzählt, auch wenn er über komplizierte Zusammenhänge berichtet, manchmal sogar mitreißend". Die Fragwürdigkeit der bei Hochhuth allgegenwärtigen Apologie des Einzelnen (die Arnold von der Soziologie attackiert sieht) macht der Autor wett durch "vielfach Erhellendes, oft witzig Polemisches". Gäbe es diesen Autor nicht, so der Rezensent abschließend, man müsste ihn erfinden.
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