Die Arbeit von Rolf Hobson wendet sich der Frage nach den maritimen Verteidigungsbedürfnissen des Deutschen Reiches zu und gelangt dabei zu einer neuen Deutung der deutschen Flottenrüstung vor dem Ersten Weltkrieg. Dabei berücksichtigt sie vor dem Hintergrund des "industrialisierten Volkskrieges" besonders den Aspekt des Seerechtes. Als Ausdruck des realen maritimen Kräfteverhältnisses engte es in der Dreiecksbeziehung zwischen den beiden Kriegsparteien und den Neutralen den Gebrauch von Seemacht als Instrument eines Wirtschaftskrieges ein. Hobson gelingt der Nachweis, dass sich aufgrund einer selektiven Rezeption des Navalisten Mahan das ursprünglich militärisch begründete Kalkül der deutschen Flottenrüstung zu dem in sich widersprüchlichen Abschreckungskonzept der Risikoflotte wandelte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.06.2005
Jost Dülffer schätzt an Rolf Hobsons Studie über "Maritimen Imperialismus", dass sie zahlreiche "liebgewonnene Deutungen" in Frage stelle. Was er kritisiert, sind die Schlüsse, die Hobson teilweise aus seiner Neuinterpretation bekannter Quellen zieht. Leider ist Dülffers Rezension überaus voraussetzungsreich - so setzt er eine genauere Kenntnis des Tirpitz-Plans, den Ansichten des amerikanischen Seekriegstheoretikers Alfred Th. Mahan und anderer historischer Details voraus, während er die Argumentation Hobsons nachzeichnet und gegebenenfalls hinterfragt. Zu entnehmen ist der Besprechung jedoch auch für Laien, dass Hobson offenbar verschiedene historische navale Schulen und Denkrichtungen analysiert, die auf die deutsche Rüstungspolitik auf die eine oder andere Weise Einfluss genommen hätten, und zwar für den Zeitraum des 19. Jahrhunderts und unter Einbeziehung auch sozialer, wirtschaftlicher, ideologischer und landmilitärischer Aspekte. Trotz der "dichten Beweisführung" Hobsons hält Dülffer jedoch auch nach der Lektüre von dessen Studie eine "durchgängige komparative Analyse" für unverzichtbar.
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