Rolf Haufs

Tanzstunde auf See

Gedichte
Cover: Tanzstunde auf See
Carl Hanser Verlag, München 2010
ISBN 9783446206786
Gebunden, 128 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Ob Naturgedicht oder Popballade - Rolf Haufs will stets die eigene Gegenwart durch Sprache sichtbar machen. In seinem neuen Band mischt sich die Erinnerung an Gelebtes auf teils elegische, oft aber sarkastische und ironische Weise mit der Erfahrung von Alter, Krankheit und Tod.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.09.2011

Rolf Haufs, vom Rezensenten als Berliner Lyriker rheinischer Provenienz geschätzt, kündet in seinem neuen Gedichtband von den Leiden und der "Entwürdigung" des Krankenhauspatienten, und für Wulf Segebrecht spielt es keine Rolle, ob sich hier persönliche Erfahrungen niederschlagen. Die "überpersönliche Eindringlichkeit" teilt sich dem Rezensenten nämlich unmittelbar mit, wobei ihm auffällt, dass sich die Erzählinstanz gegen die Zumutungen des Krankenhauspersonals mit zynischer Komik oder, wenn es sein muss, auch mal mit kalauernder Albernheit wehrt. Dabei sind auch diese Gedichte mit der Doppelbödigkeit ausgestattet, die Haufs' Lyrik auszeichnet, so Segebrecht, dem zu gefallen scheint, dass die Gedichte selbst in "existentiellen Notlagen" nicht ins Pathetische verfallen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 31.12.2010

Hocherfreut zeigt sich Rezensent Martin Lüdke über diesen Band mit Gedichten von Rolf Haufs, der heute 75 Jahre alt wird. Er würdigt Haufs als einen der "bedeutendsten" Dichter der Gegenwart, erinnert an die Gedichtbände "Die Geschwindigkeit eines einzigen Tages" und "Juniabschied" und attestiert ihm, in den 70er und 80er Jahren den Alltag für die Lyrik entdeckt zu haben. Die Gedichte von Haufs sind oft im Alltag verhaftet, sogar autobiografisch grundiert, aber gleichwohl immer "rätselhaft". Auch "Tanzstunde auf See" findet Lüdke vollauf gelungen. Der Dichter erweist sich für ihn auch hier einmal mehr als Zeitgenosse, "der mit historischem Bewusstsein in die Zukunft blickt".

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 18.12.2010

Rezensent Nico Bleutge bleibt nach der Lektüre von Rolf Haufs' neuem Gedichtband mit gemischten Gefühlen zurück. Gern ist er den lyrischen Erinnerungen gefolgt, die diesmal überraschend autobiografisch Haufs eigenes Erleben der Nachkriegszeit und der Gründerjahre schildern. Mit erstaunlicher Leichtigkeit beschwöre er Bilder von Flugzeugabstürzen und Erfahrungen in Genesungsheimen hervor, vervollständigt durch Erinnerungen an Reibekuchen und Rinderbrühe. Dabei überzeuge er weniger durch "rhythmische Finessen" als vielmehr durch Gedankenspiele und "gemütlichen" Witz. Weniger lobende Worte findet der Kritiker allerdings für den zweiten Teil des Gedichtbandes, den Haufs der deutschen Gegenwart widmet. Platte "Ressentiments" seien hier - die Zustimmung des Lesers voraussetzend - in Wir-Perspektive vorgetragen und dann auch noch "schlampig" formuliert, so Bleutge. Glücklicherweise kehrt Haufs im letzten Teil des Bandes erneut zu seinen Kindheitserinnerungen zurück, so dass der Rezensent in versöhnlichem Ton die "Vielschichtigkeit" des Dichters hervorhebt.
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