Robert Musil

Der Manager ohne Eigenschaften

Roman
Cover: Der Manager ohne Eigenschaften
C. Ueberreuter Verlag, Frankfurt am Main 2003
ISBN 9783832309114
Gebunden, 230 Seiten, 24,90 EUR

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.08.2003

Für ziemlich dreist hielten es Kritiker und Leser, eine Persiflage unter dem berühmten Namen zu veröffentlichen, berichtet Rezensent Andreas Platthaus. Doch der Verfasser heißt tatsächlich Robert Musil und lebt in Wien, versichert Platthaus. Allerdings habe der Musil des "Mann ohne Eigenschaften" keinen Ghostwriter gebraucht, um sein Buch zu schreiben, dafür sei der Musil des "Managers ohne Eigenschaften" mit seinem Buch auch fertig geworden. Der Roman erzählt im Rückblick das Leben Ulrichs, eines Vorstandsvorsitzenden einer renommierten Privatbank, der sich von deren Frankfurter Hochhauszentrale in den Tod gestürzt hat. In seinen "besten Passagen" sieht Platthaus darin eine "schöne Satire" auf die Gepflogenheiten der Großwirtschaft. In seinen schlechteren, von denen es leider viele gebe, werde das Niveau von Kolportage noch unterboten. Interessant findet Platthaus die Lektüre nur wegen der zahlreichen Verweise auf das Vorbild, wobei die Rollen "denkbar verdreht" worden seien. In Rudolf Arnheim etwa, im "Mann ohne Eigenschaften" ein verkappter Walter Rathenau, entdeckt Platthaus jetzt ein Alterego Joschka Fischers, Ulrich selbst erinnert ihn an Thomas Middelhoff. Doch Spaß macht das alles wenig, denn die Ähnlichkeiten sind ihm "zu deutlich ausgestellt". Robert Musil II habe ein Buch schreiben lassen, resümiert der Rezensent, "das seiner eigenen parodistischen Leistung nicht traut und deshalb ständig nach jenen Lesern schielt, die den 'Mann ohne Eigenschaften' nicht einmal dem Ruf nach kennen."
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de
Stichwörter