Herausgegeben von Stephan Moebius und Christian Papilloud. Warum sind die meisten Menschen Rechts- und nicht Linkshänder? Wie kommt es, dass Leichen als unrein und Ekel erregend betrachtet, ihre Skelette aber gar als heilige Reliquien verehrt werden? Gibt es ein reines/rechtes und ein unreines/linkes Sakrales? Auf diese Fragen gibt der Soziologe, Folklorist und Ethnologe Robert W. Hertz (1881-1915) in den erstmals auf Deutsch veröffentlichten Beiträgen Antworten. Er analysiert die "dunklen Seiten der Menschheit": das Verbrechen, die Sünde, das unreine Sakrale und den Tod.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.09.2007
Urs Hafner begrüßt diesen Band mit Aufsätzen des französischen Religionssoziologen Robert Hertz (1881-1915), den Stephan Moebius und Christian Papilloud herausgegeben haben. Das Buch ermöglicht zu seiner Freude eine Wiederentdeckung des zur soziologischen Schule Durkheims zählenden religionssoziologischen Klassikers und Begründers des Strukturalismus. Die hier vorliegenden drei Aufsätze von Hertz hält Hafner für überaus anregend. Reizvoll findet er das Vorgehen des Autors, alltägliche Befunde ihrer Selbstverständlichkeit zu entkleiden und dem ihnen korrespondierenden symbolisch-religiösen Universum zuzuordnen, so zum Beispiel bei der Untersuchung der Frage, weshalb die rechte Hand in der Regel geschickter ist als die linke, die Hertz auf einen universellen religiösen Dualismus zurückführt. Lobend äußert er sich auch über den fesselnden Aufsatz über die "kollektive Repräsentation des Todes". Daneben hebt er die Einleitung der Herausgeber hervor, die eine Kurzbiografie von Hertz bietet und die wichtigsten Stationen seiner Rezeptionsgeschichte nennt. Bedauerlich scheint ihm nur, dass der Band "schlecht" lektoriert wurde.
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