Mit zahlreichen Duoton-Fotos. Sein Leben war der Heide gewidmet: Der Volksschullehrer, Heimatforscher und Fotograf Wilhelm Carl-Mardorf (1890-1970) dokumentierte in seinen Fotografien die bäuerliche Lebens- und Arbeitswelt der Lüneburger Heide in den dreißiger Jahren. Fotodokumente von der alten ländlichen Lebenswelt vor ihrem endgültigen Verschwinden durch die Industrialisierung der Landwirtschaft im 20. Jahrhundert, von ihren Lebensumständen, ihren Arbeitstechniken, Bräuchen und Lebensgewohnheiten, sind selten. Das thematische Spektrum der Fotografien von Wilhelm Carl-Mardorf ist breit: Neben Landschaftsfotografien einschließlich solcher von Höfen, Dörfern oder Kirchen gibt es von ihm Fotos, mit denen er Landwirtschaft, Handwerk, Lebenswelt und Brauchtum dokumentierte. Dieser Text-Foto-Band, gemeinsam mit dem Museumsdorf Hösseringen erarbeitet, stellt eine Auswahl von Bildern Carl-Mardorfs vor und kommentiert ihre Motive anhand historischer Texte. In ruhig komponierten, oft ästhetischen Bildern erhalten wir Einblick in eine vergangene Welt. Manche der Fotografien, zum Beispiel von seit langem ausgestorbenen Bräuchen, sind einmalige volkskundliche Dokumente. Ein längerer Einführungstext berichtet über die vorindustrielle Landwirtschaft und Volkskultur der Lüneburger Heide, das Leben Wilhelm Carl-Mardorfs und den mentalitätsgeschichtlichen Hintergrund seiner Heimatfotografie.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.05.2005
Angesichts einer Fotografie des Heimatfotografen und -dichters Wilhelm Carl-Mardorfs ergeht sich Eberhard Rathgeb in der Fantasie, der darauf abgebildete Postbote könnte ein Manuskript Arno Schmidts - ein Heidedichters ganz anderer Art - in seiner ledernen Tasche haben. Dann muss der Rezensent aber zugeben, das die Aufnahmen, die in diesem Band versammelt sind, bereits aus den 20er Jahren stammen, lange bevor ein Arno Schmidt in der Heide schrieb. Rathgeb beschreibt die Sujets der Fotos, die vor allem das Alltagsleben der Landbevölkerung darstellen und referiert ohne Wertung den Werdegang Carl-Mardorfs, der 1933 in die NSDAP eintrat, zum Ortsgruppenleiter aufstieg und sich nach dem Krieg im Naturschutz engagierte, wofür er das Bundesverdienstkreuz erhielt.
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