Aus dem Englischen von Wolfgang Müller. September 1938 - in München treffen sich Hitler, Chamberlain, Mussolini und Daladier zu einer kurzfristig einberufenen Konferenz. Der Weltfrieden hängt am seidenen Faden. Im Gefolge des britischen Premierministers Chamberlain befindet sich Hugh Legat aus dem Außenministerium, der ihm als Privatsekretär zugeordnet ist. Auf der deutschen Seite gehört Paul von Hartmann aus dem Auswärtigen Amt in Berlin zum Kreis der Anwesenden. Den Zugang zur Delegation hat er sich erschlichen. Insgeheim ist er Mitglied einer Widerstandszelle gegen Hitler. Legat und von Hartmann verbindet eine Freundschaft, seit sie in Oxford gemeinsam studiert haben. Nun kreuzen sich ihre Wege wieder. Wie weit müssen sie gehen, wenn sie den drohenden Krieg verhindern wollen?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.10.2017
Rezensentin Gina Thomas ist überrascht von Robert Harris' fiktionalem Blick auf das Münchner Abkommen von 1938. Wie der Autor sein Thema mittels der gegensätzlichen Perspektiven zweier Diplomaten angeht, findet sie gekonnt. Auf die Art entwickelt der Text laut Thomas die Spannung eines Krimis. Harris' Recherchen zum Ablauf der Konferenz und der Einbau einer fiktiven Nebenhandlung schlagen sich für Thomas im Roman positiv nieder. Die langen Schatten des Ersten Weltkriegs zeigen sich im Text genauso wie die Details der Umstände, Hitlers starker Körpergeruch etwa, so die Rezensentin.
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