Aus dem Englischen von Stefan Rohmig. Giles Smith schreibt von seiner Jugend in der englischen Provinz und seiner lang währenden Affäre mit der Popmusik.
Gerrit Bartels zeigt sich ziemlich schnell gelangweilt von dieser Pop-Autobiografie des englischen Musikjournalisten Giles Smith. Zwar gesteht er dem Autor zu, selbst über einige popbiografische credentials zu verfügen und mit diesem Buch seine Hausaufgaben brav gemacht zu haben: "Der Wille zur Vollständigkeit ehrt Smith, weil er auch um peinliche Verfehlungen keinen Bogen macht" und "wirklich alle Seiten seiner Beziehung zu Popmusik ausleuchten will". Daraus entsteht aber noch kein spannendes Buch, denn über den Menschen hinter dieser popmusikalischen Biographie verrät das Buch so gut wie gar nichts. So fragt sich Bartels zuguterletzt, wer nun eigentlich diese Person Giles Smiths ist: "Nicht mehr als ein Popvollidiot, der dann auch noch Musikjournalist wird?"
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.05.2002
Erst jetzt, wundert sich Frank Schäfer, ist Giles Smiths "Romanbiografie" "Lost in Music", die im Original zeitgleich mit Nick Hornbys Bestseller "High Fidelty" herauskam, auf deutsch erschienen. Dabei war das Buch in Großbritannien "ähnlich erfolgreich" wie das Kultbuch von Hornby, weiß der Rezensent. In seinen Anekdoten verbindet der Autor Biografisches so "pedantisch" mit Musikgeschichte, findet Schäfer, dass man den Eindruck habe, eine Plattensammlung sei ein wesentlicher Impuls für das Schreiben. Und das geht bei Smith, lobt der Rezensent, "charmant", "selbstironisch", "witzig" und "sentimental" vonstatten. Sentimentalität bleibt natürlich nicht aus, pflichtet Schäfer dem Autor bei, denn die goldenen Zeiten des Pop sind schließlich, seufzt auch der Rezensent, vorbei.
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