Richard Schuberth
Der Paketzusteller

Drava Verlag, Klagenfurt 2025
ISBN 9783991381143
Gebunden, 300 Seiten, 24,00 EUR
ISBN 9783991381143
Gebunden, 300 Seiten, 24,00 EUR
Klappentext
Gerhild Pfister, 48, ist Facebook-Queen. Und sie ist kein besonders guter Mensch. Das weiß sie. Ebenso weiß sie, dass man ihr, einer klugen und frechen Frau, das ohnehin nicht zugestehen würde. Als feministische Leiterin ihres digitalen Salons und gefürchtete Onlinespötterin propagiert die gescheiterte Künstlerin die totale Social-Media-Existenz. Doch Gerhild hat Krebs und muss bald sterben. Im Wissen, dass ihr Facebook kein Denkmal setzen wird, wirbelt sie noch einmal so viel digitalen Staub auf wie möglich -- bestraft, belohnt, empowert, kastriert. Durch die unverhoffte Liebesaffäre mit dem Paketzusteller Haydar schlägt ihr Leben jedoch auf analogem Boden auf und bringt ihre - mit Hilfe von allerlei psychotropen Drogen stabilisierte - "Sterbe- Souveränität" ins Wanken. Als Haydar verschwindet und sich die Indizien mehren, dass er von seinem Chef ermordet wurde, sinnt sie auf Rache. Doch die Rache misslingt, was ihr wider Erwarten eine neue Karriere verschafft, und dem Roman einen turbulenten wie ungewöhnlichen Showdown ...
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 20.12.2025
Den "Rest der Kulturlinken" begegnet Rezensent Benjamin Moldenhauer in Richard Schuberths Roman über Gerhild, beinahe 50 Jahre alt und unheilbar an Krebs erkrankt, die sich in den sozialen Medien in ausufernde Beefs vertieft. Über weite Strecken ist die Romanhandlung ziemlich thesenhaft und essayistisch, räumt Moldenhauer ein, aber ertappt fühlt er sich trotzdem - auf gute, von Schuberth fein sezierte Weise. Auf der zweiten Handlungsebene geht es um die Beziehung Gerhilds zu Haydar, ihrem Paketboten, um den Sex, den Habitus, die Statusunterschiede, erfahren wir. Ein Roman, der zum Nachdenken über das eigene Social-Media-Verhalten anregt, so Moldenhauer.
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