Aus dem Englischen von Hannes Riffel. Mit einem Vorwort von Dietmar Dath. Großbritannien 2071. Ein Virus verwandelt pubertierende Mädchen in bluthungrige Cyborgs, "tote Mädchen". Wer von ihnen gebissen wird, zeugt selbst vampirische Wesen. Die regierende Reinheitspartei ruft zum Massaker an den Puppen auf und riegelt London hermetisch ab. Doch der junge Ivan Zwakh weigert sich, seine Geliebte, die Sexpuppe Primavera, zu verlassen, auch wenn ihre Liebesbeweise ihn fast das Leben kosten. Den beiden gelingt die Flucht nach Bangkok, aber ihre Verfolger sind ihnen dicht auf den Fersen … Richard Calder entwirft eine düstere Zukunftswelt, in der Gelüste nach Sex, Schmerz und Macht die Existenz der Menschheit aufs Spiel setzen. Ein temporeich erzählter, fesselnder Roman über den Versuch einer unmöglichen Liebe im Cyborgzeitalter.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.07.2012
Alexander Müller kann es nur begrüßen, dass der Suhrkamp Verlag sich des vor 20 Jahren im englischen Original erschienenen Romans "Tote Mädchen" von Richard Calder annimmt, führt das Horror- und Science-Fiction-Genre bei uns doch ein eher halbseidenes Schattendasein. Erzählt wird die Geschichte um die Puppe Primavera, die, durch ein Virus zum "Cyborg" geworden, um ihre Existenz und um die Liebe kämpft, wie wir erfahren. Nicht nur der sich in ungeahnte surreale Höhen schraubende Plot fesselt den Rezensenten gewaltig, er sieht hier auch höchst gekonnt mit dem literarischen Motiv des Automaten gespielt und mit Zitaten und Anspielungen an Werke von E. T. A. Hoffman, Hans Bellmer oder George Bataille anknüpfen. Hier werden zudem existentielle Fragen angeschnitten, auf die keine schlichten Antworten gegeben werden, lobt Müller noch, der sich über die geistreiche Unterhaltung freut.
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