In diesen Poetikvorlesungen geht der Erzähler Patrick Roth seinem Schreiben auf den Grund. Ausgangspunkt ist ihm der Stoff, aus dem die Träume sind, die aus dem Unbewussten zugekommene "materia", die er durch die Arbeit am literarischen Werk realisiert. Das Unbewusste mit dem Bewussten, das Numinose mit dem Individuellen, das Zeitlose mit dem ganz und gar Zeitlich-Alltäglichen in lebendige Beziehung zu setzen - das ist der Prozess des Schreibens, dem hier mit poetischer Genauigkeit und Dichte nachgegangen wird. Vorstellungen der Alchemie und der Tiefenpsychologie dienen als Wegweiser auf dieser Passage durch die Erfahrungsräume von Literatur und Film hin zum Ort des Schreibenden, "zur Stadt am Meer".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.02.2006
Aus den 2004 in Heidelberg gehaltenen Poetikvorlesungen ist dieser Band von Patrick Roth hervorgegangen, in dem der Autor untersucht, wie das Rohmaterial der Träume in sein Schreiben Eingang findet, teilt Friederike Reents mit. Sie findet, dass daraus schon für sich ein "fesselndes Stück Literatur" entstanden ist und sie preist die vom Autor aufgefundenen "tiefenpsychologischen Zusammenhänge" als "auf verblüffende Weise einsichtig" gemacht. Dieses Buch sei ein "Plädoyer" für die stärkere Beachtung von Träumen als Schlüssel zum Unbewussten, und Roth bemüht sich darin, seine "Stoffindung aus dem innersten Ich" genau nachzuzeichnen, so Reents eingenommen. Sie zollt der spürbaren Mühe, die dieser Suchprozess bedeutet, Anerkennung und ist von diesem wahrhaftig "tiefschürfenden Rechenschaftsbericht" sehr beeindruckt.
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