Aus dem Englischen von Henning Dedekind, Karin Schuler, Norbert Juraschitz und Thomas Pfeiffer. Das Christentum verehrt Jesus von Nazaret als sanften Hirten, dessen Reich nicht von dieser Welt sei. Aber entspricht dieses Bild der historischen Realität? Kann es den grausamen Kreuzestod plausibel erklären? Der amerikanische Religionswissenschaftler Reza Aslan meint: nein. Sein Buch, das in den USA für einen Skandal sorgte, versucht zu ergründen, wer Jesus war, bevor es das Christentum gab. Es ist das Porträt eines Mannes voller Widersprüche, einer Epoche voll religiöser Inbrunst und blutiger Kämpfe und einer Weltreligion im Werden.
Angetan zeigt sich Rezensentin Katharina Granzin von Reza Aslans Buch über Jesus von Nazaret. Dem amerikanischen Religionswissenschaftler gelingt in ihren Augen trotz der äußert spärlichen Quellenlage ein überzeugendes Porträt des historischen Jesus als Wanderprediger und "antikolonialistisch gestimmter Unruhestifter". Sie findet Aslans Darstellung spannend geschrieben und gut argumentiert. Zudem hebt sie die Einbettung in die historischen Zusammenhänge hervor und lobt das Buch als "breitangelegtes Epochenpanorama".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.02.2014
Dass Jesusforschung kein Monopol der Christenheit mehr ist, lernt Bernhard Lang anhand dieser Darstellung des historischen Jesus durch den bekennenden Muslim Reza Aslans. Lesenswert erscheint das Buch dem Rezensenten wegen seiner lebendigen Schilderung dramatischer Szenen und vor allem wegen seines Informationscharakters. Diesbezüglich bewegt sich Aslan zwar in den Schranken europäischer Forschung, erläutert Lang, garniert seine Darstellung aber immer wieder mit eigenwilligen Facetten. Weniger begeistert zeigt sich Lang von der holprigen und mitunter fehlerhaften Übersetzung.
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