Reif Larsen

Die Rettung des Horizonts

Roman
Cover: Die Rettung des Horizonts
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2016
ISBN 9783100022165
Gebunden, 768 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Malte Krutzsch. "Die Rettung des Horizonts" nimmt uns mit auf eine irrwitzige Reise rund um den Globus und durch das 20. Jahrhundert. An einem Apriltag des Jahres 1975 erblickt Radar Radmanovic in New Jersey das Licht der Welt. Nicht weiter ungewöhnlich, hätte der Junge weiße Haut wie seine Eltern und nicht dunkle wie eine Aubergine. Kein Arzt in den USA kann diesen Störfall der Biologie erklären. In der Hoffnung auf Heilung reist die Familie in die norwegische Arktis zu einer mysteriösen Gemeinde von Puppenspielern. Dort experimentiert man mit bestimmten Formen der Elektroschockbehandlung, die es ermöglichen soll, Radars Hautfarbe tiefgreifend zu ändern. Nach der Behandlung ist seine Haut zwar heller, aber er ist Epileptiker, und ist, wie sich im Laufe der Jahre herausstellt, sehr empfänglich für alle Arten von Elektrizität. Nach und nach finden an vielen Orten der Welt - in Bosnien während des Bürgerkriegs, im postdiktatorischen Kambodscha und im zusammenbrechenden Kongo - ungewöhnliche Kunstperformances statt, mit wie lebendig scheinenden Figuren und Vögeln, entwickelt von den unterschiedlichsten Menschen, die eine Gegenwelt zu Krieg und Gewalt aufbauen wollen. Und Radar, inzwischen erwachsen geworden, ist der ungewollte Mittelpunkt dieser verrückten Bewegung. Ein physikalischer Schelmenroman.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.10.2016

Dass Larsen erzählen kann, hat er mit seinem Debüt "Die Karte meiner Träume" bewiesen, schreibt Rezensentin Sofia Glasl in ihrer sehr differenzierten Rezension zu Reif Larsens "Die Rettung des Horizont". In seinem zweiten Roman treibt er die erprobte Erzähltechnik so sehr auf die Spitze, dass dieser schließlich zu einem "langatmigen Kurzschluss" verkommt, lesen wir, was umso trauriger ist, da Larsens charmante Figuren laut Rezensentin von einer Vielschichtigkeit und Einzigartigkeit sind, wie man sie selten findet. Nur leider lässt er diesen Figuren und ihrer Entwicklung allzu viel Raum, meint Glasl, so viel Raum, dass man sich als Leser irgendwann nicht mehr zurecht findet zwischen Relevantem und Irrelevantem und all den wuchernden Zusammenhängen, die der Autor leider auf Teufel komm raus herstellt.
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