Aus dem Amerikanischen von Reinhild Böhnke. Ein amerikanischer Traum in Manhattan. Eine ganz normale Familie. Pippa Lee ist glücklich verheiratet, hingebungsvolle Mutter und großzügige Gastgeberin. Ist das wirklich Pippas Traum vom Leben? Denn eigentlich ist sie jemand ganz anderes: Als aufmüpfige Teenagerin tauchte sie in die Sexparties und Drogenexzesse von Soho ab bis sie die Notbremse zog. Aber jetzt in der Normalität, merkt sie, dass das Leben nicht aufgeht, wenn andere die Korken knallen lassen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.01.2009
Lange vor der letzten Seite stellt Rezensentin Maike Albath diesem Roman den Totenschein aus. Ist sie anfangs noch voller Hoffnung, dass der rosarote Einband nichts zu bedeuten hat und ein Perspektivwechsel dem konventionellen "Frauenselbstfindungsroman" zu Bewegung verhilft, muss sie den Text doch bald schon aufgeben. Die bekenntnishaft freigelegten vielversprechenden Untiefen in der Vita der Heldin enpuppen sich laut Albath nämlich als in einer "überdimensionierten Therapiesitzung" herausgekitzelte klassische Komplexe. Besonders schwer erträglich wird's für Albath, wenn existentielle Fragen im Smalltalk-Sound verhandelt werden. Der von Rebecca Miller mitunter gewählte beschwörende Tonfall überzeugt sie allerdings ebenso wenig. Vernichtendes Fazit der Rezensentin: Außer einem "wattigen Unwohlsein" teilt sich dem Leser nichts mit.
Ernsthaftigkeit und Tiefe vermisst Rezensentin Lavinia Meier-Ewert an diesem Roman und seiner Titelheldin. Auch merkt sie dem Strickmuster des Buches an, dass seine Autorin Rebecca Miller "aus dem Kino" kommt. Zwar bescheinigt die Rezensentin dieser Geschichte über die Identitätskrise einer Fourty-Something-Frau Sinn für Sprache, einen ironischen Blick sowie eine subtile Komposition aus Rückblenden und "bildgewaltigen Szenen". Dennoch erscheinen Meier-Ewert Figuren und Konflikte "wie am Reißbrett entworfen", die Motive der beschriebenen Lebenskrise am Ende "zerkaut wie ein alter Kaugummi".
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