Rebekka Endler
Witches, Bitches, It-Girls
Wie patriarchale Mythen uns bis heute prägen

Rowohlt Verlag, Hamburg 2025
ISBN 9783498007409
Gebunden, 464 Seiten, 25,00 EUR
ISBN 9783498007409
Gebunden, 464 Seiten, 25,00 EUR
Klappentext
In ihrem neuen Buch geht Rebekka Endler den Ursachen des Patriarchats auf den Grund und untersucht misogyne Mythen, die bis heute unser Denken und Handeln bestimmen. Die Erklärung "Männer und Macht" greift aus ihrer Sicht viel zu kurz, und so fragt sie: Was bringt so viele Frauen dazu, auch heute noch von einem rettenden Märchenprinzen zu träumen? Was steckt hinter der Mommy-Blogger-Welle, und welche Funktion haben Frauenbilder wie Zicken, Witches, Bitches und It-Girls? Indem sie sich mit der Kanonisierung in der Kunst beschäftigt und mit der Epoche der Romantik, mit sogenannten feministischen Wellen, Cancel Culture und Transfeindlichkeit, gelingt es ihr zu zeigen, dass es das Patriarchat wirklich gibt, wie wir alle Tag für Tag daran mitwirken, es am Laufen zu halten - und wie man es überwinden kann.
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 26.06.2025
Rezensentin Susanne Billig liest bei Rebekka Endler, welche Mythen auch heute noch dafür sorgen, Frauen zu unterdrücken: In ihrem anregenden Buch zeigt sie, wie "Normal" ein Begriff ist, der von kulturellen Vorstellungen geprägt und zur Diskriminierung eingesetzt wird. "Male Gaze" werde anhand von True Crime erläutert; überdurchschnittlich oft sei ein "junges, weißes, cis-Exemplar" das Opfer, das gerettet werden müsse. Endler schreibt Billig zufolge auf Basis einer Vielzahl von Quellen und in einer spannenden Mischung aus Kulturkritik und Naturwissenschaft, wie sich der männliche Standard durchsetzen konnte und weiterhin durchsetzt. Nicht alle Thesen erscheinen ihr neu, aber die Art, wie Endler analysiert, findet sie überraschend und zeitgemäß.
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 25.06.2025
Entzaubernd und ertragreich, so findet die Angela Gutzeit das neue Buch von Rebekka Endler. Die Literaturkritikerin stimmt mit manchen radikalen Forderungen nicht überein. Dennoch liefert Endler in ihrem zweiten Buch eine Art Erfahrungsbericht - einen gesellschaftlichen Querschnitt - der fortwährende patriarchale Strukturen und deren mythische Ursprünge auf unterhaltsame sowie kritische Weise offenbart. Rebekka Endler konfrontiert ihre feministische Leserschaft mit Tabus und Missständen, wie etwa Pronatalismus und rigide Geschlechterbilder. Besonders alarmierend: Die wachsende Transfeindlichkeit auch innerhalb linker Strömungen. Endler kritisiert, wie Frauen vom Patriarchat gegeneinander ausgespielt werden und beleuchtet zudem den "Feminismus von rechts", der sich als Rettung geschwächter Männlichkeit inszeniert. Bildung und emanzipatorische Perspektiven seien notwendig, um junge Männer vor maskulinistischen Ideologien zu schützen. Der thematische Bogen reicht von True-Crime-Medien bis zur kapitalistischen Ausbeutung weiblicher Körper. Trotz mancher zugespitzter These liefert das Buch wichtige Denkanstöße für feministische Debatten, urteilt die Kritikerin.
Themengebiete
Kommentieren
