Rana Dasgupta

Solo

Roman
Cover: Solo
Karl Blessing Verlag, München 2010
ISBN 9783896672438
Gebunden, 464 Seiten, 21,95 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Barbara Helle. Trägt jeder Mensch ein verborgenes Wissen in sich, das der Welt von Nutzen sein könnte? Auf der Suche nach einer Antwort auf diese Frage blickt Ulrich auf sein Leben zurück, das beinahe das gesamte turbulente zwanzigste Jahrhundert umfasst. Er erinnert sich an seine Leidenschaft für die Chemie und die Musik, eine starke Freundschaft und eine große Liebe. Doch seine Talente konnte er nicht ausleben, sein bester Freund starb jung, seine Frau verließ ihn und ging mit dem gemeinsamen Sohn nach Amerika. Der erblindete, nun fast hundertjährige Ulrich bricht noch einmal aus und lässt seine trostlose Plattenbauwohnung in Sofia hinter sich zumindest in seiner Fantasie: In einem Tagtraum überwindet er politische und private Zwänge und erfindet sich ein neues Leben, das nicht im Bulgarien des zwanzigsten, sondern im New York des einundzwanzigsten Jahrhunderts angesiedelt ist ein schnelles, buntes Leben voller Möglichkeiten und kreativer Energie.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 20.01.2011

Die traurigen Schilderungen der lebenslangen Tiefschläge des Protagonisten dieses Romans von Rana Dasgupta scheinen Irene Binal etwas runtergezogen zu haben. Der britisch-indische Autor lässt seinen fast 100-jährigen bulgarischen Helden Ulrich sein Leben rekapitulieren, das sich als Serie von historischen und persönlichen Niederlagen und Schicksalsschlägen entpuppt, wie die Rezensentin deprimiert feststellt. Das traurige Einerlei wird dann noch in derart "nüchternem" Tonfall geboten, dass bei Binal weder Anteilnahme noch richtiges Interesse aufzukommen vermag, und es fällt ihr offenkundig schwer dran zu bleiben. Nur wenn sich Dasgupta mal atmosphärischen Schilderungen hingibt, reanimiert das die Rezensentin wieder ein bisschen. Der zweite Teil des Romans, in dem sich Ulrich Träumereien über ein mögliches gelungeneres Leben in New York hingibt, hat Binal dann positiv überrascht, und sie entdeckt hier das "Feuer" und die "Tiefe", die sie vorher vermisst hat.
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