Anton, ein früherer deutscher Soldat, kehrt nach gut fünfzehn Jahren nach Kosovo zurück, wo er 1999 mit der Nato eingerückt war. Er hatte damals vor einer serbischen Kirche Wache gehalten, da Racheakte seitens der Albaner befürchtet wurden. Hier suchte ihn täglich ein albanisches Mädchen auf, das er nun wiederzufinden hofft. An einer schweren Krankheit leidend, hat er sich in den Kopf gesetzt, eine verpasste Chance nachzuholen. In der Hauptstadt Prishtina mietet Anton ein Apartment. Erst nach und nach fällt ihm auf, dass in seinem Wohnblock ausschließlich Frauen wohnen. Hier erfährt er von einer feministischen Bewegung, die sich gegen die zählebigen patriarchalen Traditionen richtet. Aus Sicht der rebellierenden Frauen ist die junge, programmatisch diffuse Partei V.! wie gemacht für das Einsickern feministischer Kräfte...
Rezensentin Dorothea Marcus findet Ralph Hammerthalers Roman mindestens ungewöhnlich. Über eine feministische Bewegung in Pristina zu schreiben, traut sich nicht jeder. Gut gefällt ihr, dass der Autor nicht als Kenner eines wenig bekannten Landes und seiner weiblichen Freiheitskämpfe auftritt, sondern seinen Erzähler eher naiv beobachtend einer weiblichen Utopie nachspüren lässt. Am besten ist das Buch laut Marcus in seinen atmosphärischen Dialogen und Beobachtungen, weniger überzeugend findet sie es, wenn der Autor sich in historischen Erklärungen versucht. Ach ja, ein bisschen wie eine "melancholische Männerfantasie" erscheint der Roman der Rezensentin schon auch.
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